Nach Massaker

Philippinen: Über 1.000 Polizisten entlassen

Ausland
02.12.2009 14:46
Eineinhalb Wochen nach dem Massaker an 57 Zivilisten auf den Philippinen sollen alle Polizisten der Unruheprovinz Maguindanao entlassen werden. Die mehr als 1.000 Beamten würden in den kommenden Tagen ersetzt, sagte der Polizeisprecher des Landes am Mittwoch. Gegen den Sohn des Gouverneurs von Maguindanao im Süden des Landes, Andal Ampatuan Junior, war bereits in 25 Punkten Anklage erhoben worden, darunter wegen Mordes.

Die Behörden vermuten, dass auch Polizisten und Militärbeamte, die mit der machtvollen Ampatuan-Familie sympathisieren, in das Massaker verwickelt waren.

57 Zivilisten misshandelt und hingerichtet
Bei dem Massaker in der Südprovinz Maguindanao waren am Montag vergangener Woche 57 Zivilisten, Journalisten und Politiker teilweise schwer misshandelt und anschließend regelrecht hingerichtet worden. Die Unterstützer und Angehörigen des Vizebürgermeisters von Buluan, Esmael Mangudadatu, waren in Begleitung von Journalisten auf dem Weg zu einem Wahlbüro, um Mangudadatus Kandidatur für die Gouverneurswahl im Mai 2010 einzureichen. Dies wollte der Clan des amtierenden Gouverneurs offenbar verhindern. Im Zusammenhang mit dem Massaker waren auch zwei ranghohe Offiziere der philippinischen Armee entlassen worden, die für Maguindanao zuständig waren.

Die Polizei erklärte zudem am Mittwoch, eine bei dem Massaker benutzte Waffe identifiziert zu haben. Sie gehöre einem Mitglied der von Ampatuan kontrollierten Miliz, der Verdächtige wurde bereits kurz nach dem Massaker festgenommen. Die Bestätigung, dass seine Waffe bei der Tat zum Einsatz kam, sei ein "Durchbruch" bei den Ermittlungen, teilte die Polizei mit.

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