Di, 14. August 2018

Robust und modular

11.08.2018 09:00

Land Rover Explore: Handy für schwieriges Gelände

Eigentlich kennt man Land Rover eher als Hersteller geländegängiger Fahrzeuge. Mittlerweile gibt es aber auch Handys dieser Marke, gebaut von der britischen Bullit Group, die auch hinter den baustellentauglichen Cat-Smartphones steckt. Das Erstgeborene dieser Allianz ist das Outdoor-Smartphone Land Rover Explore, das mit enormer Akkulaufzeit und guten Navigationsfähigkeiten punkten will und mit allem Drum und Dran fast ein halbes Kilo auf die Waage bringt. Wir haben es ausprobiert.

Wer sich ein Land Rover Explore anschafft, erhält einen ausladenden, verblüffend schweren Karton, der mehr einen Outdoor-Bausatz denn einfach ein Smartphone enthält. Neben dem staub-, stoß- und wasserfesten Smartphone selbst liegen ein - der magnetische Andockmechanismus erinnert an Lenovos Moto Mods - 3600 Milliamperestunden starkes und mit GPS-Antenne gespicktes Outdoor-Akkumodul sowie eine mit Karabiner am Rucksack Halt findende Hülle für das Gespann in der Box.

Was man von dem Explore auf der Hardwareebene erwarten darf, lesen Sie hier:

Land Rover Explore

CPU

Mediatek Helio X27: 2 x 2,6 + 4 x 2,0 + 4 x 1,6 GHz

RAM

4 GB

Diagonale

5 Zoll (IPS)

Auflösung

1920 x 1080 Pixel

Speicher

64 GB

microSD-Slot

Vorhanden

Hauptkamera

16 Megapixel: Phase-Detection-Autofokus, Doppelblitz

Frontkamera

8 Megapixel

Funk

LTE, Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.1, NFC, GPS, GLONASS, BeiDou

Maße

152 x 75,3 x 14 Millimeter, 230 Gramm

Akku

4000 mAh

Extras

Outdoor-Modul mit Akku und GPS-Antenne
Wasser-, staub-, stoßfest (IP68, MIL-STD-810)
Outdoor-Hülle mit Karabiner
Dual-SIM (SIM oder microSD)
Barometer

Software

Android 7.1

Preis

ab ca. 600 Euro

Den Zehnkern-Chip im Land Rover Explore sieht man tendenziell eher in Asien, er erfüllt aber seinen Zweck und verhalf dem Land Rover Explore im Test zu einem flüssigen Bedienerlebnis des mit etlichen Outdoor-Tools auffrisierten Android-Systems. Der RAM ist für Multi-Tasking ebenfalls völlig ausreichend, App-Starts sind hinreichend schnell. Im Test liefen darauf auch aktuelle Spiele aus dem Play Store tadellos.

Hart im Nehmen, ausdauernder Akku
Bei einem Outdoor-Smartphone weit wichtiger als die reine Leistung sind aber Nehmerqualitäten und Zuverlässigkeit. Und hier punktet das Land Rover Explore. Sein bulliges, offenkundig vom Auto-Vorbild inspiriertes Metallgehäuse trägt zwar dick auf, macht in Kombination mit dem vormontierten Displayschutz aber eine Hülle völlig überflüssig. Die strukturierten Power- und Lautstärkebuttons sowie die gerillte Rückseite hinterlassen einen hochwertigen haptischen Eindruck und gewähren sicheren Halt. Das Display ist reflexionsarm und hell, also für die Nutzung in der Sonne geeignet. Wasser und kleinere Stürze auf Fliesenboden hat das Explore im Test gut überstanden.

Kleines Manko bei der Bedienung: Die Entsperr- und Lautstärketasten sind für unseren Geschmack an der falschen, nämlich der linken Seite platziert worden. Physische Home-, Zurück- und Menü-Tasten für die Android-Oberfläche wären für den Outdoor-Bereich ebenfalls wünschenswert gewesen.

Auch bei der Akkulaufzeit brilliert das Gerät. Wir hätten uns zwar noch ein wenig mehr erhofft, aber in der Praxis - genutzt wie ein normales Smartphone - kommt das Gerät zwei Tage über die Runden. Mehr schinden nur sparsame Naturen heraus. Mit dem mitgelieferten Zusatzakku, der nochmal fast ebensoviel Saft wie der interne hat, kommen im Idealfall nochmals fast zwei Tage dazu. Macht vier Tage abseits der Steckdose und ist im Vergleich zu „normalen“ Smartphones sehr ordentlich.

Intensive GPS-Nutzung verkürzt Akkulaufzeit
Schneller als üblich geleert wird der Akku bei intensiver GPS-Nutzung, die sich angesichts der beiliegenden Zusatzantenne und umfangreichem, per Gutschein freischaltbarem Kartenmaterial natürlich anbietet. Wirklich notwendig ist die externe Antenne dabei nur dann, wenn man sich in einer Situation mit sehr schlechtem GPS-Empfang befindet - also beispielsweise bei blockierter Sicht auf den Himmel im dichten Wald. Hier kann die externe Antenne einen Unterschied machen, in den meisten Fällen ortet aber auch die interne Antenne des Smartphones die Position zuverlässig.

Gut gefallen hat uns im Test das helle, handschuhkompatible und gut ablesbare Display des Land Rover Explore. Die Bildqualität stimmt dabei dank Full-HD-Auflösung und IPS-Technologie, selbst im hellen Sonnenlicht konnten wir das Explore-Display noch gut ablesen. Einen eher mittelprächtigen Eindruck hinsichtlich der erzielbaren Bildqualität hinterließ dagegen die Kamera. Sie knipst bei gutem Licht zwar scharfe Schnappschüsse mit gutem Detailgrad, stellt überdies schnell scharf. Schlechteres Licht führt aber zu verrauschten Ergebnissen, die Abwesenheit optischer Bildstabilisierung verlangt ruhige Hände. In Summe wird das den meisten Nutzern im Alltag reichen, mit der Handykamera-Avantgarde kann man aber nicht mithalten.

Vernünftige Ausstattung, viele Software-Dreingaben
Die sonstige Ausstattung ist auf der Höhe der Zeit: Aktuelle Funkstandards, erweiterbarer Speicher, ein Klinkenanschluss für Kopfhörer sind vorhanden. Geladen wird über USB-C, das Fehlen eines Fingerscanners könnte manche User stören. Der magnetische Anschlussmechanismus für das GPS-Pack arbeitet zuverlässig, einzig die beiliegende Hülle für das Gespann aus Handy Outdoor-Modul hat uns nicht hundertprozentig überzeugt. Die Technik könnte etwas strammer darin sitzen, überdies hat sich im Test bisweilen der Karabiner gelöst - unschön, wenn das Gerät womöglich bei einer Wanderung am Rucksack hängt und unbemerkt herunterfällt.

Die Software hat bei uns einen gespaltenen Eindruck hinterlassen. In vielerlei Hinsicht ist sie liebevoll gemacht und mit praktischen Dingen wie dem bereits erwähnten Offline-Navi-Material (ViewRanger) angereichert. Auch die vorinstallierten Apps sind für den gedachten Einsatzzweck angemessen und bieten zum Beispiel schnellen Zugriff auf Tools wie Kompass oder Barometer. Das Interface weicht nicht zu weit vom Android-Standard ab, hat aber dennoch Wiedererkennungswert. Die Update-Versorgung wird freilich nicht so gut sein wie bei der Android-One-Fraktion.

Fazit: Mit dem Land Rover Explore will man eine ausgesprochen Outdoor-affine Zielgruppe ansprechen und bricht dafür mit gängigen Smartphone-Konventionen. In vielerlei Hinsicht - helles Display, robustes Gehäuse, viel Ausdauer, Outdoor-Eignung dank „Adventure Pack“ - gelingt das ausgesprochen gut. In manchen Details - Kamera, Gewicht, Bedienung - gäbe es aber noch Potenzial für Verbesserungen. In Summe ist das Explore aber ein starker Einstand in die Welt der Outdoor Smartphones, der nicht nur unter Fans der Automarke Anklang finden könnte.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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