Mi, 18. Juli 2018

Gewerkschaftsprotest:

23.06.2018 06:30

Widerstand gegen „Lohnraub“ durch 12-Stunden-Tag

Ein „Sternmarsch für ein soziales Österreich“ am Dienstag in Linz wird das erste sichtbare Zeichen des Gewerkschafter-Protestes gegen den 12-Stunden-Arbeitstag sein. Bei einer Betriebsrätekonferenz in Leonding wurde eine Resolution gegen längere Arbeitszeiten „und dadurch drohenden Lohnraub“ beschlossen.

„Sollte die Regierung ihre Pläne tatsächlich umsetzen, wird man auf allen Ebenen Ausgleichsmaßnahmen fordern und durchsetzen“, heißt es in der Resolution weiter. Das werde auch die Lohnverhandlungen im Herbst prägen. ÖGB-Landesvorsitzender Johann Kalliauer erläutert die These vom „Lohnraub“ so: „Wenn die Bundesregierung den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche tatsächlich einführt, dann nimmt sie den Beschäftigten weitere bis zu zwei Milliarden Euro aus den bezahlten Überstunden weg. Viele Menschen würden damit Geld verlieren, für das sie derzeit hart arbeiten.“ Die Gleitzeit-Zuschläge seien in Gefahr, warnt der AK-Präsident: „In Zukunft kann bei Gleitzeit fünf Mal pro Woche zwölf Stunden zuschlagsfrei gearbeitet werden.“

„Das wird kein Lüfterl, das wird ein Sturm!“
Rainer Wimmer, Vorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE, sieht sich durch die Betriebsrätekonferenz ermutigt: „Sie hat uns gezeigt, dass Solidarität und Kampfbereitschaft hoch sind. Die Regierung und auch die Besteller der derzeitigen Politik - die Unternehmer - können sich auf massiven Widerstand einstellen. Das wird kein Lüfterl, das wird ein Sturm!“

Nun kommen Betriebsversammlungen
Ab jetzt werden die Gewerkschafter in Betriebsversammlungen die Arbeitnehmer informieren und mit ihnen die weitere Vorgangsweise beraten. Dazu wurde auch eine Website eingerichtet, www.neinzum12stundentag.at. Und von Montag, 25. Juni, bis Freitag, 5. Juli, wird Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr auch eine Hotline zur Verfügung stehen, unter der ÖGB-ExpertInnen zum Thema befragt werden können.

Sternmarsch in Linz am Dienstag
Neben Resolutionen, die derzeit quer durch alle Bundesländer beschlossen werden, sind auch Demonstrationen gegen die Regierungspläne fixiert. So findet am kommenden Dienstag, 26. Juni, ab 13 Uhr ein „Sternmarsch für ein soziales Österreich“ vom Linzer Hauptbahnhof sowie Einrichtungen der Sozialversicherung zur Wirtschaftskammer und dann weiter zum oö. Landhaus statt. Die derzeit größte geplante Demonstration findet am Samstag, 30. Juni, unter dem Motto „Nein zum 12-Stunden-Tag“ in Wien statt.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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