Do, 24. Jänner 2019

Harnwegsinfekt

02.06.2018 06:00

Immer wieder Blasenentzündung!

Diese Krankheit einmal pro Jahr zu ertragen ist noch kein Grund zur Sorge. Tritt sie öfter auf, muss man sich einem Urologen anvertrauen und dann vorbeugen. Bei Männern stellt Blasenentzündung stets ein Alarmsignal dar.

Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, Unterbauchbeschwerden - gerade im späten Frühling klagen viele Menschen über Blasenentzündungen. Oft überschätzen sie die Temperaturen und ziehen sich zu luftig an oder springen in einen noch sehr kühlen Pool. Etwa zwei Drittel aller Frauen beklagen einmal in ihrem Leben einen Harnwegsinfekt (HWI), wobei bei ca. 30 Prozent mindestens ein Rezidiv, also wiederkehrende Probleme, zu beobachten sind. „Leidet man zwei Mal innerhalb von sechs Monaten oder drei Mal innerhalb eines Jahres an einem HWI, bezeichnet der Arzt das als ,rezidivierend‘“, erklärt Dr. Maximilian Seles, Universitätsklinik für Urologie, Medizinische Universität Graz. „Wer einmal jährlich damit zu kämpfen hat, muss noch nicht beunruhigt sein. Bei Männern hingegen stellt ein Harnwegsinfekt immer ein Alarmsignal dar und sollte unbedingt rasch von einem Urologen abgeklärt werden!“

Beschwerden trotzdem nie ignorieren, denn wenn Symptome wie häufiges oder erschwertes Harnlassen sowie Schmerzen beim Urinieren längere Zeit bestehen, kann das auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. „Eine verschleppte Diagnose einer rezidivierenden Blasenentzündung oder ein als Infektion verkannter blutender Harnblasentumor sind leider unter anderem Gründe, warum das hochaggressive Harnblasenkarzinom bei Frauen erst später diagnostiziert wird“, gibt Dr. Seles zu bedenken und rät bei Verdacht unbedingt dazu, einen Facharzt aufzusuchen.

Unkomplizierte Infekte klingen meist innerhalb einer Woche von selbst ab, Komplikationen gibt es nur selten. Die gefürchtete Nierenbeckenentzündung als Folge einer Blasentzündung tritt nur in circa drei Prozent der Fälle auf. „Ist ein Antibiotikum nötig, muss die Gabe wohl überlegt sein“, so Dr. Seles. „Das gewählte Medikament sollte möglich kurz und zielgerichtet gegeben werden.“ Gut durch Studien belegt ist einerseits der Einsatz von gewissen Schmerzmitteln (z. B. Ibuprofen oder Diclofenac) zur Linderung der Schmerzen, während der Körper die Bakterien von selbst bekämpft. „Andererseits haben auch Hausmittel wie Ruhe oder die gute alte Wärmeflasche und der Rat, viel zu trinken, nach wie vor ihre Berechtigung“, so die Salzburger Apothekerin Mag. pharm Katharina Ender. Auch die Phytotherapie eignet sich zur Therapie. Bärentraube, Brunnenkresse, Kapuzinerkresse oder Meerrettich wirken desinfizierend.

So beugen Sie den lästigen Harnwegsinfekten vor
Wenn es immer wieder zu dem bekannten unangenehmen Brennen beim Wasserlassen und zu Schmerzen kommt, rückt die fachliche Abklärung beim Urologen und auch die Prophylaxe in den Vordergrund:

    • Achten Sie auf eine Flüssigkeitsaufnahme von 2.5 Litern in 24 Stunden bzw. eine Urinmenge von zwei Litern in ebendieser Zeitspanne.
    • Entleeren Sie Ihre Harnblase häufig, auch wenn der Drang noch nicht stark ist.
    • Vermeiden Sie übertriebene Intimhygiene, indem Sie auf spezielle Lotionen, Cremes oder Sprays verzichten.
    • Auf der Toilette gilt: Nach dem Stuhlgang immer von „vorne nach hinten“ wischen.
    • Nach dem Geschlechtsverkehr das WC aufsuchen. Im Rahmen der Verhütung sollten anfällige Frauen sogenannte Spermizide außerdem vermeiden.
    • Halten Sie Ihren Unterbauch warm.
    • Wechseln Sie nasses Gewand sofort. Manche Frauen reagieren empfindlich darauf.

 Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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