Fr, 17. August 2018

Notdienst fehlt

25.04.2018 08:30

Pflegenotfall, aber niemand war erreichbar

Viele Senioren können dank der Angehörigen und mobiler Hilfsdienste noch zu Hause leben. Der Fall eines Innsbruckers zeigt aber, dass dieses System entscheidende Lücken hat. Denn Familie und Helfer stehen ganz allein da, wenn ihr Schützling in der Nacht oder am Wochenende ein besonderes Problem hat.

Herr M. hat Demenz und eine Gehbehinderung. Dennoch kann der Innsbrucker zu Hause leben - dank mobilem Hilfsdienst. Herr M. ist kein klassischer Pflegefall, sondern braucht vor allem Hilfe in alltäglichen Dingen wie Haushalt. Regelmäßig wird der Pensionist von einem Betreuer besucht. An einem Wochenende passierte unlängst aber ein Notfall, der in den Bereich Pflege fällt. „Herr M. hat sich im Bett eingekotet. Als ich zu ihm kam, lag er schon einige Stunden so da“, berichtet der Betreuer gegenüber der „Krone“.

Für besagten Helfer stellte die Situation ein unlösbares Problem dar: „Wir von der Alltagsbegleitung dürfen Hygieneaufgaben wie in diesem Fall aus rechtlichen Gründen nicht durchführen. Wenn ich mit Herrn M. in die Dusche gehe und er dabei stürzt, stehe ich vor Gericht. Es gibt aber auch keinen Notdienst für solche Situationen, wo man zumindest telefonisch unterstützt wird“, schildert der Betreuer das Dilemma. Bliebe nur die Rettung, aber Herr M. ist ja kein medizinischer Notfall.

Ziel: Pflegenotdienst
Der Bedarf an einer 24-Stunden-Pflegebereitschaft ist gegeben. Das bestätigen auch die Johanniter Tirol. Sie wollen so einen Dienst zumindest im Raum Innsbruck aufbauen. Am Mittwoch wird das Projekt bei einer Fachtagung zum 40-Jahr-Jubiläum der Johanniter Tirol in Innsbruck vorgestellt - ebenso Beispiele aus anderen Ländern, wie mobile Betreuung und Pflege Zuhause funktionieren kann. Ein Thema, das Tirol in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen wird.

Claudia Thurner
Claudia Thurner

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