So, 21. Oktober 2018

Sound satt

28.04.2018 09:00

Huawei MediaPad M5 10: iPad-Herausforder im Test

Mit seinen Smartphones hat sich Huawei binnen kurzer Zeit auf den dritten Platz hinter Samsung und Apple vorkämpfen können, jetzt wollen die Chinesen auch im Tablet-Bereich das Feld von hinten aufräumen. Ob das neue MediaPad M5 das Zeug dazu hat? krone.at hat es getestet.

Billig-Ware aus China? Das war einmal. Ihr „Plastikbomber“-Image haben fernöstliche Hersteller wie Oppo, Xiaomi und nicht zuletzt Huawei längst abgelegt. Das neue MediaPad M5 steht denn auch den eigenen Smartphone-Flaggschiffen P20 oder Mate 10 Pro in puncto Verarbeitungsqualität in nichts nach. Knacken und knarzen tut bei dem knapp 500 Gramm schweren und 7,3 Millimeter dünnen 10,8-Zoll-Tablet jedenfalls nichts.

Das Design ist Tablet-typisch (Stichwort „abgerundete Ecken“) schlicht bis unaufgeregt, zumindest was die Vorderseite betrifft. Auf der Rückseite stechen dagegen die Lautsprecheröffnungen an den Längsseiten ins Auge sowie die Kamera, die ungünstig im Eck positioniert wurde und noch dazu gut zwei Millimeter aus dem Alu-Chassis hervorsteht. Dadurch läuft sie einerseits Gefahr, von den eigenen Finger verdeckt und verschmiert zu werden, andererseits beim Ablegen auf Tisch & Co. auch schneller zu verkratzen.

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An den Rändern herrscht der inzwischen auch von vielen anderen Tablets bekannte Minimalismus: Bis auf den Ein-/Ausschalter und die Lautstärkewippe gibt es keine weiteren Bedientasten, sieht man einmal vom frontseitigen Fingerabdruckscanner ab, der sich zur Navigation durch Apps und Startbildschirm auch auf einfache Gesten versteht. Einen Kopfhöreranschluss sucht man leider vergeblich, stattdessen legt Huawei dem MediaPad M5 einen entsprechenden Adapter für den USB-C-Anschluss bei, über den das Tablet auch geladen wird. Wer beides gleichzeitig, also Musik hören und den Akku laden möchte, hat leider Pech gehabt.

Knapper Speicher
Schließlich wartet das MediaPad noch mit dem bereits von Huawei-Smartphones bekannten Kombi-Einschub für SIM- und microSD-Karte auf. Letztere wird auch dringend benötigt, fällt der interne Speicher mit 64 Gigabyte (abzüglich Systemdaten) doch vergleichsweise knapp aus.

Pixel en masse
Ausreichend vorhanden ist dagegen Auflösung: Das 10,8 Zoll große IPS-Display löst mit 2560 x 1600 Pixeln (entspricht einer Pixeldichte von rund 280 ppi) auf, wovon erwartungsgemäß Fotos, Filme, aber auch Games profitieren. In Kombination mit satten Farben und starken Kontraste, selbst bei seitlicher Draufsicht, wird der Medienkonsum zum Vergnügen.

Dafür sorgen nicht zuletzt auch die vier Harman-Kardon-zertifizierten Lautsprecher mit Hi-Res-Audio-Unterstützung, die - für ein Tablet, wohlgemerkt - überraschend klaren, druckvollen und aufgrund ihrer Ausrichtung auch räumlichen Sound liefern und damit zumindest unterwegs einen passablen Heimkino-Ersatz bieten.

Potente Leistung und Akkulaufzeit
Angetrieben wird der Androide - zum Einsatz kommt Version 8.0/„Oreo“, der Huawei seine Benutzeroberfläche EMUI 8.0 überstülpt - unter der hübschen Haube von Huaweis Kirin 960s, der in leicht abgewandelter Form bereits im P10 zum Einsatz kommt. Unterstützt
von für Tablet-Verhältnissen recht großzügigen vier Gigabyte RAM, ist der Prozessor mit seinen zwei mal vier Kernen (4 x Cortex A73 mit bis zu 2,1 Gigahertz und 4 x Cortex A53 mit bis zu 1,8 Gigahertz) auch anspruchsvolleren Anwendungen und Spielen gewachsen.

Dass sich die Kerne die Rechenlast aufteilen und somit nicht ständig auf Hochtouren laufen müssen, wirkt sich letztlich positiv auf die Akkulaufzeit aus. Bei durchschnittlicher Mischnutzung kommt man mit dem 7500-mAh-Akku problemlos über den Tag. Huawei selbst verspricht bis zu zwölf Stunden Videowiedergabe mit einer Ladung - ein Wert, der sich mit unseren Erfahrungen deckt.

Praktisch: Geht der Akku zur Neige, bietet das MediaPad die Option, automatisch die Bildschirmauflösung zu reduzieren und damit weitere Minuten herauszukitzeln. Und ist es dann doch einmal leer, lassen sich mit Hilfe des Schnellladegeräts binnen 30 Minuten an der Steckdose gut anderthalb Stunden Videowiedergabe herausholen.

Kamera mit Schwächen
Weniger überzeugt haben uns dagegen die beiden Kameras auf Vorder- und Rückseite, die mit acht bzw. 13 Megapixeln auflösen. Trotz Blende F/2.2 rauscht es auf den Aufnahmen selbst bei ordentlichen Lichtverhältnissen relativ stark, und über einen (Aufhell-)Blitz verfügt das Huawei-Tablet leider nicht. Hinzukommt die bereits erwähnte ungünstige Positionierung.

Fazit: Das Huawei MediaPad M5 punktet nebst tadelloser Verarbeitungsqualität mit sehr gutem Display, knackigem Sound, potenter Leistung sowie zufriedenstellender Akkulaufzeit. Abzüge gibt es dagegen für den relativ knapp bemessenen, aber immerhin erweiterbaren Speicher, den fehlenden Kopfhöreranschluss sowie die Kameras. Angesichts des aktuellen Straßenverkaufspreises von rund 360 Euro (WiFi) bzw. 437 Euro (LTE) kann man über diese Schwächen aber hinwegsehen.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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