„Besser keine Waffe“
Trump: Tod von Pfleger „unglücklicher Vorfall“
US-Präsident Donald Trump hat den Tod des Krankenpflegers Alex Pretti, der bei einem Protest gegen den Einsatz von ICE erschossen wurde, als „sehr unglücklichen Zwischenfall“ bezeichnet. Aber: „Er hätte keine Waffe tragen sollen“, sagte Trump, als er im US-Bundesstaat Iowa auf die Tötung des 37-Jährigen angesprochen wurde.
„Ich finde es nicht gut, dass er eine Waffe dabei hatte, ich finde es auch nicht gut, dass er zwei volle Magazine dabei hatte, das ist schlimm, sehr schlimm – nichtsdestotrotz halte ich es für einen sehr unglücklichen Zwischenfall“, so der Präsident in einem Restaurant, gefragt von Journalisten, ob er sich der Meinung einiger seiner Spitzenbeamten anschließe, dass Pretti ein inländischer Terrorist bzw. Attentäter gewesen sei.
„Ist jedem klar, außer man ist dumm“
Der Krankenpfleger, der vor wenigen Tagen bei einem Protest gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde in Minnesota getötet wurde, hatte eine Genehmigung, versteckt eine Waffe zu tragen. Trump hatte zuvor gemeint: „Man darf keine Waffen haben, man darf nicht mit Waffen hereinkommen“ – und dies auch wiederholt, nachdem er auf den zweiten Verfassungszusatz angesprochen wurde. Dass die Tötung aber „bedauerlich“ gewesen sei, das sei jedem klar – „außer man ist dumm“.
Nicht zuletzt aufgrund der Waffe stellt die US-Regierung die tödlichen Schüsse auf Pretti als Notwehr dar – auch wenn Videos zeigen, dass der Krankenpfleger seine Waffe gar nicht berührt hatte. Vielmehr dürfte der 37-Jährige sein Handy in der Hand gehabt haben.
Zwei Beamte gaben Schüsse auf Pretti ab
Laut US-Medienberichten, die sich auf einen Bericht an den Kongress berufen, hätten zwei Beamte Schüsse auf Pretti abgefeuert. Einer der Männer sei von der Border Patrol gewesen, der zweite ein Beamter von Customs and Border Protection. Dem Bericht zufolge habe ein Beamter mehrmals gerufen „Er hat eine Waffe!“ – fünf Sekunden später habe der erste Beamte seine Glock 19 abgefeuert, danach der zweite seine Glock 47. Zu dem Zeitpunkt hatten bereits mehrere Beamte Pretti umringt und zu Boden gedrückt gehabt.
Die Untersuchung zu dem tragischen Vorfall ist noch nicht abgeschlossen und liegen bei der Regierung. Behörden des Bundesstaates Minnesota kritisierten, dass sie von den Ermittlungen ferngehalten würden.
Anfang Jänner war bei einem Einsatz von Beamten der Einwanderungsbehörde in Minneapolis eine Frau – eine US-Bürgerin – in ihrem Auto erschossen worden. Auch damals sprach die US-Regierung von Selbstverteidigung, auch hier erweckt Videomaterial einen anderen Eindruck.
„Tausende Kriminelle von den Straßen geholt“
Die Einsätze der Bundesbeamten sind Teil der rigorosen Abschiebe-Politik der Trump-Regierung. Sie fahnden nach Ausländern, die sich ohne gültige Aufenthaltspapiere in den USA befinden sollen. Die US-Regierung spricht oft pauschal von Kriminellen. Wie auch Trump am Dienstag in Minnesota: Bevor er sich von den Journalisten verabschiedete, sagte er noch, dass die Kriminalität im ganzen Land gesunken sei, und vor allem in Minnesota, „weil wir Tausende Kriminelle von den Straßen geholt“ hätten.










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