Selenskyj: „Terrorakt“

Russische Drohnen treffen Zug auf offener Strecke

Ausland
27.01.2026 23:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein russischer Drohnenangriff auf einen Passagierzug hat laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vier Menschenleben gefordert. Zwei Personen seien verletzt worden. Der ukrainische Staatschef wirft Russland „Terrorismus“ vor, denn „es kann keine militärische Begründung“ dafür geben, einen Zug mit Hunderten Zivilisten anzugreifen.

Der Angriff mit drei Drohnen der ursprünglich iranischen Bauart Schahed ereignete sich in der Region Charkiw. Laut dem Minister für Regionalentwicklung, Olexij Kuleba, wurden 291 Passagiere aus dem Zug evakuiert.

Der Zug war demnach auf der Strecke Barwinkowe-Lwiw-Tschop in Richtung Westen unterwegs. Berichten zufolge schlugen zwei der Drohnen neben der Lokomotive ein, die dritte habe einen Waggon getroffen, der daraufhin zu brennen begonnen habe. 18 Personen hätten sich in den Bereich befunden.

Schon in der Vergangenheit hatte es nach russischen Angriffen immer wieder auch Tote und Schäden im Zugverkehr und an Bahnhöfen der Ukraine gegeben. Nun erfolgte aber offenbar ein direkter Angriff auf einen Passagierzug.

„Russland muss dafür zur Verantwortung gezogen werden (...) Die Russen haben ihre Kapazität zu töten und zu terrorisieren enorm erhöht“, schrieb Selenskyj auf der Kurznachrichtenplattform X und postete dazu ein Video von dem brennenden Zug (siehe oben).

Gleitbombe tötet Ehepaar
Auch in anderen Regionen des Kriegslandes gab es am Dienstag Tote. In Slowjansk in der östlichen Region Donezk wurde ein Ehepaar bei einem russischen Angriff mit einer Gleitbombe getötet, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. In der südukrainischen Hafenstadt Odessa wurden nach Behördenangaben bei einem russischen Drohnenangriff mindestens drei Personen getötet.

Russischer Armeechef: „Seit Jahresbeginn 17 Orte erobert“
Der russische Armeechef Waleri Gerassimow besuchte unterdessen nach russischen Angaben im Osten der Ukraine kämpfende Soldaten. Gerassimow habe „den Fortschritt der Kampfeinsätze der militärischen Formationen und Einheiten der Streitkräftegruppe Sapad (West) im Spezialoperationsgebiet“ geprüft, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag im Onlinedienst Telegram mit. Einzelheiten zum Ort und Zeitpunkt des Besuchs wurden nicht mitgeteilt.

Die in der Ukraine kämpfenden russischen Soldaten „setzen ihre Offensive an allen Fronten fort“, sagte Gerassimow laut einem vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Video. Weiter sagte er, die russischen Streitkräfte hätten seit Jahresbeginn 17 Ortschaften und „mehr als 500 Quadratkilometer“ ukrainisches Territorium unter ihre Kontrolle gebracht.

Mindestens 400.000 getötete Soldaten im Ukraine-Krieg
US-Verteidigungsexperten gehen von mindestens 400.000 getöteten Soldaten im Ukraine-Krieg aus. Mit etwa 325.000 toten Soldaten habe die russische Seite die deutlich höheren Verluste, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS). Hinzu kämen Hunderttausende Verletzte und Vermisste: Auf russischer Seite mindestens 900.000 Menschen, auf der ukrainischen mindestens 400.000 Menschen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt