Die Technik dahinter

Jagd auf Parksünder: Wien setzt Spezialautos ein

Wien
26.01.2026 16:00

Seit Montag sind die Wiener Parksheriffs mit sogenannten Scan-Cars unterwegs und haben die gültigen Parkpickerl im Visier. Die Spezialautos sollen die Parksheriffs jetzt bei ihrer Arbeit unterstützen und die Parkraumbewirtschaftung effizienter machen. Wir haben uns die neue Technik genauer angesehen.

Seit fast vier Jahren ist die ganze Stadt zu einer flächendeckenden Kurzparkzone geworden. Das heißt aber auch, dass sich die zu kontrollierende Fläche seit März 2022 nahezu verdoppelt hat. Im Schnitt legen die Parksheriffs heute schon rund 15 Kilometer pro Tag zu Fuß zurück, sind teilweise auch mit E-Bikes unterwegs. Die insgesamt vier Scan-Cars sollen sie nun kräftig entlasten.

Jetzt erfolgt die Österreich-Premiere: Ab sofort wird die Parkraumbewirtschaftung von Autos mit speziellen Sensoren zur Kennzeichenerfassung unterstützt. Am Montag präsentierte Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) die neuen Fahrzeuge am Stützpunkt der MA 67 (Parkraumüberwachung) in der Dresdner Straße in der Brigittenau. 

Da die neuen Fahrzeuge größere Strecken zurücklegen können, steigt die Überwachungsdichte in den ...
Da die neuen Fahrzeuge größere Strecken zurücklegen können, steigt die Überwachungsdichte in den Außenbezirken, ohne dass dafür zusätzliche personelle Ressourcen nötig sind.(Bild: Heinz Stephan Tesarek)

In Wien geht es nicht so ganz so schnell
Beispiele gibt es europaweit jedenfalls bereits einige: Derartige Scan-Cars sind nämlich schon in über 80 europäischen Städten erfolgreich im Einsatz, wie in Amsterdam, Paris oder Prag. Doch so schnell wie in diesen Metropolen werde man nicht sein, sagt Sima. Denn: In Wien gibt es immer noch Parkscheine aus Papier, die hinter die Windschutzscheibe gelegt werden müssen.

Diese müssen weiter manuell kontrolliert werden. Langsam fahren die neuen Hightech-Fahrzeuge trotzdem nicht: Sie können auch bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde scannen. Auch Wind, Regen oder Hitze stören die digitale Kontrolle nicht.

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Wir haben darauf einige Jahre hingearbeitet. Wien wird in Österreich jetzt zu einem wahren Vorreiter in der Parkraumüberwachung.

Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ)

Verdachtsfall wird von Parksheriff überprüft
Wie läuft der Scanvorgang ab? Der Sensor ist auf dem Autodach montiert und scannt die Kennzeichen mittels optischer Zeichenerkennung (OCR), gleicht diese mit einer entsprechenden Datenbank ab und liefert Hinweise auf mögliche Verstöße. Jeder gemeldete Verdachtsfall wird dann persönlich auch von einem Parksheriff überprüft.

Die Mitarbeiter sitzen zu zweit in den Autos. „Beim Scannen werden jedenfalls keine Informationen gespeichert. Der Datenschutz hat hier oberste Priorität“, betont Stadträtin Sima. 

Mit modernster Kameratechnik werden die parkenden Autos in den Straßen gescannt und ...
Mit modernster Kameratechnik werden die parkenden Autos in den Straßen gescannt und kontrolliert.(Bild: Heinz Stephan Tesarek)

Zwölf Bezirke dienen als Versuchsobjekt
Und wo werden die modernen Autos unterwegs sein? Die neuen Scan Cars kommen zunächst in den weitläufigen Teilen der Stadt in zwölf Bezirken zum Einsatz, nämlich in Favoriten, Simmering, Hietzing, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Hernals, Währing, Heiligenstadt, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing. Bezirke mit einer hohen Stellplatzdynamik.

„Wir starten mit der ersten Testphase in diesem Jahr auch die Schulungen für unsere 650 Mitarbeiter, sodass wir mit Beginn des Vollbetriebs Ende 2026 auch gerüstet sind“, so Michelle Krumpschmid, Leiterin der MA 67.

Weniger Mitarbeiter werden deshalb übrigens nicht gebraucht, betont Krumpschmid. Das System werde jetzt einfach moderner und effizienter. Die Projektkosten liegen übrigens zwischen 1,1 bis 1,6 Millionen Euro. Ein Fahrzeug kostet um die 40.000 Euro.

Margareten bekommt Anwohnerzone
Anrainerparken wird weiter ausgeweitet

Die Autodichte in Margareten ist zwar die niedrigste in ganz Österreich, trotzdem gibt es dort zu wenige Parkplätze. Das zeigt nun auch eine detaillierte Stellplatz- und Auslastungsanalyse. Im Naschmarktgrätzel – also zwischen Wienzeile, Kettenbrückengasse, Margaretenstraße und Pilgramgasse – gibt es eine durchschnittliche Auslastung von 94,6 Prozent. Damit sind die gesetzlichen Voraussetzungen für die Einführung der ersten Anwohnerparkzone des Bezirks erfüllt.

Floridsdorf SPÖ-Bezirksvorsteher Georg Papai (Mi.) lässt in seinem Bezirk jetzt Anrainerparken ...
Floridsdorf SPÖ-Bezirksvorsteher Georg Papai (Mi.) lässt in seinem Bezirk jetzt Anrainerparken prüfen.(Bild: Spö Floridsdorf)

Laut Margaretens Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) soll es dort bis spätestens Anfang Sommer so weit sein. In den nächsten Monaten soll außerdem noch ein weiteres Grätzel dazu kommen. In weiterer Folge wird jetzt das angrenzende Gebiet, das sich zwischen der Grenze zum 4. Bezirk, dem Wiental, der Ramperstorffergasse bis zum Gürtel erstreckt, geprüft.

Aber auch über der Donau steigt der Parkplatzdruck. In Floridsdorf sind es sperrige Firmenfahrzeuge mit Wien-weitem Parkpickerl, die immer öfter in gewissen Gebieten des Bezirks abgestellt werden. Besonders betroffen: die Wohngebiete westlich der Prager Straße in Jedlesee und Teilen von Großjedlersdorf. „Im Februar bringt die SPÖ-Floridsdorf in der Bezirksvertretungssitzung daher einen Antrag für Anrainerparken ein“, so Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ).

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