Sa, 20. Oktober 2018

Streitpunkt Ägäis

20.04.2018 11:48

Spannungen mit Türkei: Tsipras rüstet Marine auf

Der jahrzehntelange Streit der beiden NATO-Partner Griechenland und Türkei um Hoheitsrechte in der Ägäis ist in den vergangenen Wochen eskaliert. Im Februar rammte ein türkisches Küstenwachenschiff ein griechisches. Immer wieder gibt es Berichte über gegenseitige Luftraumverletzungen und anschließende Abfangflüge. Bei solch einem stürzte ein griechischer Abfangjäger in der Vorwoche ins Meer. Der Pilot starb. Regierungschef Alexis Tsipras sprach unlängst von einer „Periode der Instabilität“. Wohl aus diesem Grund rüstet nun die griechische Marine auf.

Wie am Freitag bekannt wurde, will Athen zwei französische Fregatten kaufen und zwei weitere leasen. Laut dem griechischen Verteidigungsministerium kommt es nahezu täglich sowohl in der Luft als auch im Meer zu gefährlichen Manövern.

Frankreich signalisiert Griechenland Beistand
Die Leasing- und Kauf-Ankündigung kam wenige Tage, nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron im EU-Parlament gesagt hatte, Frankreich werde Griechenland beistehen, wenn es im östlichen Mittelmeer bedroht werde.

Tsipras: „Keine Spannungen erzeugen“
Angesichts der jüngsten Zwischenfälle hat Tsipras die türkische Führung zur Entspannung aufgerufen: „Ich möchte eine Nachricht der Kooperation und der Verständigung an Ankara senden.“ Man sollte die Zusammenarbeit im Bereich Tourismus und Handel fördern und keine Spannung erzeugen, erklärte der Ministerpräsident am Dienstag anlässlich eines Besuch auf der griechischen Kleininsel Kastelorizo.

Yildirim: „Auf Provokationen und Hetze verzichten“
Sein türkischer Amtskollege wiederum empfahl, auf „Provokationen und Hetze“ zu verzichten. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor wenigen Tagen in Ankara, Griechenland solle nichts tun, was zu einer Krise in der Ägäis führen könnte. Das werde nicht unbeantwortet bleiben, warnte er. Zugleich warf er dem griechischen Verteidigungsminister Panos Kammenos, der sich immer wieder scharf in Richtung Türkei äußert, „Populismus“ vor. Dessen „Frechheit“ dürfe die Beziehungen zu Griechenland nicht beeinflussen, sagte Cavusoglu.

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