Live dabei

“Real Time Race”: Virtuelle Rennen gegen echte Fahrer

Spiele
02.11.2009 15:39
Mittendrin statt nur dabei – dieser Slogan könnte für Formel-1-Fans aus aller Welt bereits im kommenden Jahr Wirklichkeit werden. Das britische Unternehmen Real Time Race hat ein System entwickelt, mit deren Hilfe Gamer in Echtzeit von ihrer Couch aus gegen reale Rennfahrer antreten können sollen.

"Stell dir vor, es ist Sonntagnachmittag und das Rennen startet gleich. Du machst es dir vor dem Fernseher bequem, um ein paar Stunden aufregender Unterhaltung zu erleben. Doch heute ist es ein wenig anders. Heute wirst du dem Rennen beiwohnen – in Echtzeit! Du bist auf einer 'echten' Strecke mit 'echter' Umgebung und fährst in Echtzeit gegen 'echte' Fahrer wie Jenson Button oder Lewis Hamilton – das ist der Stoff, aus dem Träume gemacht sind", wirbt das Unternehmen Real Time Race auf seiner Website (siehe Infobox) für seine gleichnamige Technik, die interaktives Sportfernsehen ermöglichen soll.

Sensoren ermitteln Position der Fahrer
Damit die Verschmelzung von realer und virtueller Welt gelingt, sollen die realen Boliden der Formel 1 bereits ab 2010 mit Positionssensoren ausgestattet sein. Die Daten dieser Sensoren werden anschließend in Echtzeit auf ein virtuelles Abbild der Rennstrecke übertragen. Der Gamer kann sich dann live mittels browserfähiger Konsole, PC oder auch Smartphone ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Profis des Motorsports liefern. "Wenn Jenson Button vorne wegfährt, kann man ihm nachjagen und versuchen, ihn in der ersten Kurve zu schlagen", sagte Firmenchef Chris Leigh gegenüber der britischen BBC.

Der technische Aufwand, der für "Real Time Race" betrieben wird, ist enorm: Ähnlich Googles Street View wird jede Strecke vor dem Rennen von einem speziell ausgerüsteten Kamera-Auto exakt abfotografiert und vermessen. Ein Laser-Entfernungssystem erfasst mit 1,3 Millionen Bildpunkten in der Sekunde jeden Zentimeter des Kurses. Im Anschluss wird aus diesen Daten ein hochauflösendes 3D-Modell erstellt, welches sich Gamer herunterladen können. So soll während des Rennens Bandbreite gespart werden.

Auch Ski- und Radrennen vorstellbar
Neben der Formel 1 und anderen Rennsportarten soll die Technik auf lange Sicht auch bei anderen Sportarten wie beispielsweise Radrennen oder Ski Alpin zum Einsatz kommen. Die WRC (World Rallye Championship) hat laut Website bereits ihr Interesse bekundet. Verhandlungen mit der Formel 1 über die entsprechende Rechte seien am Laufen, berichtet die BBC.

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