Mi, 17. Oktober 2018

Fehldiagnose im Spital

10.04.2018 13:30

Statt Zwillingen nur ein Kind - Frau entschädigt

Riesenschock für eine Türkin: Nachdem ihr bei einer falschen Diagnose gesagt wurde, dass sie Zwillinge bekommen wird, brachte sie nur ein Kind zur Welt. Jetzt steht ihr Entschädigung zu. Das urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Dienstag in Straßburg. Die Türkei muss der Frau nun 5000 Euro zahlen.

Die Aufklärung des Falles habe zu lange gedauert, hieß es in der Urteilsbegründung. Damit sei auf prozessualer Ebene das Recht der Frau auf Achtung des Familienlebens verletzt worden.

Klage wegen angeblicher Entführung
Bei der Klägerin wurde im Jahr 1997 in drei türkischen Krankenhäusern eine Schwangerschaft mit Zwillingen festgestellt. Bei der Kaiserschnittgeburt kam jedoch nur ein Kind zur Welt. Die Frau klagte das Personal der Geburtsklinik wegen angeblicher Entführung des zweiten Zwillings. Das Strafverfahren wurde jedoch eingestellt.

Fehldiagnose „wegen Übergewicht“
Erst 2010 bekam die Frau über den Weg des Verwaltungsrechts eine Entschädigung von 2575 Euro - wegen der Diagnosefehler, die das Klinikpersonal unter anderem mit dem Übergewicht der Frau erklärte.

Zwar hält das Straßburger Gericht den Verdacht einer Kindesentführung für ungerechtfertigt. Die Richter betonten aber, dass die Verfahrensdauer von fast zwölf Jahren nicht angemessen sei. Gerade bei möglichen Behandlungsfehlern sei eine schnelle Aufklärung wichtig für die Sicherheit der Patienten.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.