26.03.2018 07:16 |

Proteste in Katalonien

Spanien: Mehr als 90 Verletzte bei Ausschreitungen

Bei Protesten in Katalonien gegen die Festnahme von Separatistenführer Carles Puigdemont in Deutschland sind mindestens 100 Menschen verletzt worden. 92 Personen, darunter 20 Polizisten, wurden allein in der regionalen Hauptstadt Barcelona verletzt, wo am Sonntagabend mehr als 50.000 Menschen auf die Straße gegangen waren, berichteten die Rettungskräfte. Puigdemont soll am Montag einem deutschen Haftrichter vorgeführt werden.

Die Demonstranten schleuderten Eier, Flaschen und Eisengitter gegen die Polizisten und versuchten, sie mit Müllcontainern zu bedrängen. Die Polizisten setzten Schlagstöcke ein und gaben Warnschüsse in die Luft ab. Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Unabhängigkeitsbewegung und der Polizei wurden auch aus Lleida, 150 Kilometer westlich von Barcelona, und Tarragona im Süden der Region gemeldet.

Der Präsident des katalanischen Parlaments, Roger Torrent, rief die Demonstranten zur Ruhe auf. „Ich habe keinen Zweifel, dass die katalanischen Bürger so handeln werden, wie sie es immer getan haben, auf gewaltlose Weise“, sagte er im Regionalfernsehen.

Puigdemont auf Autobahn verhaftet
Puigdemont war am Sonntag aufgrund eines Europäischen Haftbefehls bei der Einreise aus Dänemark in Schleswig-Holstein festgenommen worden. Wie der schleswig-holsteinische Innenminister Hans-Joachim Grote bestätigte, wurde der 55-Jährige in die Justizvollzugsanstalt Neumünster gebracht. Gegen Puigdemont wird in Spanien wegen des Unabhängigkeitsreferendums vom Oktober unter anderem wegen Rebellion ermittelt.

Über die Frage, ob Puigdemont in Auslieferungshaft zu nehmen sei, entscheide das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht, erklärte Vizegeneralstaatsanwalt Ralph Döpper. Spanien muss nach seinen Angaben nun Unterlagen vorlegen, aus denen sich ein Grund für eine Auslieferung ergibt. Das Oberlandesgericht prüfe dann, ob eine Übergabe Puigdemonts an die spanischen Behörden rechtlich zulässig sei. Sollten keine rechtlichen Hindernisse einer Auslieferung im Wege stehen, entscheide anschließend die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig.

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