Kriminalist warnt:

Digitale Währungen sind für Gauner „Werkzeug“

20.000 Euro verlor ein Angestellter (34) aus Neumarkt/H., der aus Spekulationsgründen in drei digitale Währungen wie Bitcoin investiert hatte und einem Gauner in die Hände fiel. IT-Experte Günter Fabian vom Landeskriminalamt OÖ warnt, dass Kryptowährungen ideales Werkzeug für Gauner sind.

„Krone“: Warum investiert man in solche Kryptowährungen?

Günter Fabian: Ganz einfach: Am Bankkonto bekomme ich 0,1 Prozent Zinsen, bei der Spekulation mit solchen digitalen Währungen kann man am Tag bis zu 200 Prozent Gewinn machen. Das kommt immer auf die Nachfrage an. Wenn es von einer digitalen Währung nur wenige Coins gibt und die Nachfrage groß ist, dann steigt natürlich der Preis sehr rasch an. Es hat auch schon den Fall gegeben, dass solche Coins in 24 Stunden um 800 Prozent im Wert gestiegen sind.

„Krone“: Das klingt ein bisschen wie Roulettespielen.

Fabian: Ja, so eine Spekulation lässt sich mit einem Casinobesuch vergleichen. Immerhin gibt es mehr als 500 Kryptowährungen.

„Krone“: Warum sind diese digitalen Zahlungsmittel für Kriminelle so interessant?

Fabian: Im Vorjahr hatten wir etwa 50 Fälle, wo Gauner mit Ransom-Schadsoftware Firmencomputer gesperrt haben und die Unternehmen dann erpresst haben. Das Geld für die Entschlüsselung haben sich diese Täter dann mit Bitcoins überweisen lassen, weil solche Geldflüsse nur sehr schwer zu überwachen sind.

Interview: Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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Samstag, 24. Oktober 2020
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