Grüne fordern

Küberl soll Staatssekretär für Integration werden

Österreich
02.10.2009 20:43
Österreichs Grüne drängen auf eine Integrationsoffensive und fordern ein Staatssekretariat für Integration. Als Leiter wünschen sich die Grünen dafür Caritas-Chef Franz Küberl. Laut Bundessprecherin Eva Glawischnig und Menschenrechtssprecherin Alev Korun sei das die angemessene Reaktion auf die anderen Parteien, da die SPÖ auf ihre Wahlschlappen mit rechter Rhetorik reagiere, das ÖVP-geführte Innenministerium seit Jahren Integrationsmaßnahmen verweigere und die FPÖ mit sehr scharfen Ausländerwahlkämpfen hohe Stimmengewinne lukrieren könne.

Das Innenministerium halte zwar Roadshows und Ähnliches zum Thema Integration ab, jedoch werde keine einzige konkrete Maßnahme gesetzt, so Korun. Das Innenressort sei der Garant dafür, dass keine Integration stattfindet. Stattdessen sollte es ein eigenes Staatssekretariat geben, das im Bundeskanzleramt stationiert sein und auch über entsprechende budgetäre Ressourcen verfügen sollte.

Forderung nach mehr Lehrern mit Migrationshintergrund
Einen Schwerpunkt in Sachen Integration wollen die Grünen bei Kindern und Jugendlichen setzen und dabei auf Lehrpersonal mit Migrationshintergrund vertrauen. Sowohl in Kindergärten als auch in Volksschulen sollen wenigstens zehn Prozent der Pädagogen über entsprechende Wurzeln verfügen. Zusätzlich soll eine Woche pro Schuljahr für Integrationsprojekte reserviert sein. Mehr Geld brauche es für die Förderung von Sprachkursen. In Dänemark werde dafür das Hundertfache ausgegeben, berichtete Glawischnig.

Besser anerkannt werden müssten zudem nach Österreich mitgebrachte Qualifikationen. Während nur 19 Prozent der Inländer unter ihrem Ausbildungsniveau arbeiteten, seien das bei ausländischen Arbeitskräften mehr als doppelt so viele. Korun sprach sich auch für die Möglichkeit eines Türkisch-Lehramtstudiums aus. Derzeit sei es so, dass durch das Fehlen eines entsprechenden Faches nicht einmal die Möglichkeit bestehe, Türkisch als zweite Fremdsprache in Schulen zu unterrichten - und das sei allein schon wegen der sich ausweitenden wirtschaftlichen Beziehungen nicht nachvollziehbar.

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