18.02.2018 09:00 |

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Affialiate-Abzocke spült Geld in falsche Kassen

Im Rahmen von Affiliate-Programmen zahlen Online-Händler ihren Partnern jeden Monat Hunderttausende Euro Provision aus – als Belohnung für generierte Einkäufe. Recherchen des Computermagazins c't zeigen nun, dass sich dieses System mittels manipulativer Add-ons missbrauchen lässt, um Geldströme umzuleiten.

Browser-Erweiterungen, sogenannte Add-ons, dürfen Code nachladen, URLs abrufen und Cookies schreiben. "Das birgt enormes Missbrauchspotenzial", warnt c’t-Redakteur Holger Bleich. Seine Recherchen zeigen, dass Affiliate-Provisionszuweisungen über Browser-Add-ons manipuliert werden können – und zwar in großem Stil.

Die Add-ons gelangen beispielsweise beim scheinbar harmlosen Download von Programmen oder Apps über einen Download-Manager auf den Computer der User. Hat sich eines der Add-ons im Rechner eingenistet, wird jeder Einkauf in einem Online-Shop des Partnerprogramms nicht mehr dem jeweiligen Vermittler gutgeschrieben, sondern der Wonderize GmbH, die mit der Plattform gutscheincodes.de im Affiliate-Netzwerk vertreten ist.

"Sollten sich unsere Beobachtungen bestätigen", so Bleich, "hätte Wonderize wohl jeden Monat mehrere Hundertausend Euro an Provisionen von den Add-ons in die Kasse gespült bekommen."

"Add-ons prüfen"
In erster Linie leiden darunter laut c’t Website-Betreiber, weil sie ihre Provision nicht ausgezahlt bekommen, obwohl der User über ihre Seite in den Online-Shop gelangt ist. Darüber hinaus könnte natürlich der Onlinehändler einen Schaden geltend machen. Für die Downloadportale bedeute der Schadcode, der über die Add-ons auf dem Rechner der Nutzer lande, vor allem einen Image-Schaden.

Dem Verbraucher entsteht zwar kein finanzieller Nachteil, "allerdings zeigt dieses Beispiel eindrücklich, wie einfach es ist, Schadsoftware auf fremde Rechner zu bringen", betont Bleich. Als Sofortmaßnahme empfiehlt der Experte zu prüfen, welche Add-ons im Browser aktiv sind.

 krone.at
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