"Fahr dort mit 200"

Rennfahrer-Legende Waldy kennt tödliche Kurve

Kärnten
22.09.2009 16:58
„Dass etwas Furchtbares passiert sein muss, hab' ich erst gemerkt, als ich aus meinem Wagen ausgestiegen bin“, sagte jener Rennfahrer, der beim Bergrennen-Training im oberösterreichischen St. Agatha eine halbe Familie ausgelöscht hat. Kärntens Rennfahrer-Legende Hermann Waldy (61) war in St. Agatha dabei: „Die Kurve, in der das passiert ist, ist die schnellste bei Bergrennen. Ich fahr' dort mit 200“.

Der steirische Tourenwagenpilot Ernst Z. (50) hat jetzt ausgesagt, er sei zu schnell unterwegs gewesen – vermutlich mit 180 km/h habe er den Grip verloren. Sein 620-PS-Ford schoss über eine Wiese, hob an der Böschung eines Güterweges ab und flog in mehr als eineinhalb Metern Höhe unlenkbar auf eine Menschengruppe zu.

Die Bordkamera filmte die schrecklichen Sekunden, in denen Bianca D. (34) und ihre Tochter Sabrina (13) tödlich sowie Josef D. (40) und Sohn Patrick (9) aus Hutthurm/Passau schwerst verletzt wurden. „Erst als der Wagen zum Stehen gekommen ist und ich ausgestiegen bin, hab' ich gesehen, dass da was Schreckliches passiert ist“, sagte der Fahrer bei der Einvernahme.

"Ich komm' dort mit 200 hin"
Der Kärntner Bergrennfahrer Hermann Waldy (siehe Bild) ist seit 1987 in St. Agatha dabei, war dort vor dem Unglück mit Trainingsbestzeit auf Siegeskurs: „Es hat nie gröbere Unfälle gegeben. Aber diese Rechtskurve nach der langen Geraden ist die schnellste bei Bergrennen in Österreich. Ich komm’ dort mit 200 hin, die Tourenwagen sind etwas langsamer.“ 

Waldy ist von dem Unglück tief betroffen, er ist auch Fahrervertreter: „Wir werden den Unfall bei unserem nächsten Treffen in Wien genau analysieren.“

von Martin Radinger, "Kärntner Krone"

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