Regime-Mob in Rage

Moussawi und Chatami bei Demo fast verprügelt

Ausland
18.09.2009 20:00
Bei den größten Kundgebungen der Opposition im Iran seit zweieinhalb Monaten sind Ex-Präsident Mohammed Khatami (Foto) und Oppositionsführer Mir-Hossein Moussawi von Regierungsanhängern angegriffen und fast verprügelt worden. Demonstranten, die ausgerechnet am einst vom Regime ausgerufenen "Solidaritätstag" für die Palästinenser auf die Straße gegangen waren, wurden von Sicherheitskräften gewaltsam zurückgedrängt. Es gab erneut zahlreiche Festnahmen.

Sogar Ex-Präsident Khatami wurde tätlich angegriffen, als er an einer der zahlreichen Kundgebungen zum traditionellen Jerusalem-Tag in Teheran teilnehmen wollte. Die Website der Oppositionsbewegung zitierte Augenzeugen, wonach Khatami bei einem körperlichen Angriff nachdem sein Umhang zerrissen worden war, auch sein Kleriker-Turban wurde ihm vom Kopf gerissen. 

Als die Ultrakonservativen ihn verprügeln wollten, gewannen seine Anhänger gerade noch die Oberhand, schließlich sei die Polizei eingeschritten. Khatami habe die Demonstration daraufhin verlassen.

"Tod dem Heuchler Moussawi" 
Oppositionsführer Moussawi wurde durch Angriffe auf sein Auto, das ihn zu einer Demonstration bringen sollte, an der Teilnahme gehindert. Regierungstreue hätten ihn zunächst mit Rufen wie "Tod dem Heuchler Moussawi" beschimpft und sich dann auf seinen Wagen geworfen. Moussawi habe den Schauplatz daraufhin in seinem Wagen wieder verlassen. Auch der reformistische Präsidentschaftskandidat Mehdi Karroubi wurde von der wütenden Menge zum Verlassen der Kundgebungen gezwungen.

An mehreren Orten in Teheran und außerhalb der iranischen Hauptstadt kam es zu Gewalt gegen die versammelten Anhänger der Opposition, die sich zum Zeichen der Solidarität mit dem bei der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juni unterlegenen Moussavi erneut mit symbolträchtigen grünen Armbändern zeigten.

Es gab erneut Verhaftungen
Auf dem Haft-e-Tir-Platz in der Hauptstadt seien Demonstranten angegriffen worden, berichteten Augenzeugen. Die Menge rief "Lasst die politischen Gefangenen frei" und "Keine Angst, wir sind alle zusammen", wie Augenzeugen berichteten. Ähnliche Berichte gab es auf Internetseiten aus dem nördlichen Tabris und Isfahan im Zentrum des Landes, wo Anhänger der islamischen Bassidj-Miliz gegen Oppositionsanhänger vorgegangen sein sollen.

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