Geister-Wähler
Stimmen für Karzai in 800 fiktiven Wahllokalen?
Dem Bericht zufolge manipulierten Anhänger des Präsidenten zudem die Stimmabgabe in ebenfalls 800 rechtmäßig eingerichteten Wahllokalen. Dort seien Zehntausende zusätzliche Stimmen abgegeben worden. In einigen Provinzen gab es demnach zehnmal mehr Stimmen für Karzai, als es überhaupt Wähler gab.
Kommission erklärte Stimmen aus 447 Lokalen für ungültig
Der Urnengang am 20. August war von massiven Betrugsvorwürfen überschattet worden. Erst am Sonntag sind wegen "Unregelmäßigkeiten" die Stimmen aus 447 Wahllokalen in Afghanistan für ungültig erklärt worden. Nach Auszählung von knapp 75 Prozent der Stimmen konnte Amtsinhaber Hamid Karzai seinen Vorsprung bei der Präsidentenwahl aber ausbauen.
Bei den annullierten Stimmen könne es sich um etwa 200.000 handeln, sagte der Sprecher der Wahlkommission am Sonntag. Insgesamt gingen bisher 2.000 Beschwerden wegen Wahlbetrugs bei den afghanischen Behörden ein.
Aufgrund von Drohungen der radikal-islamistischen Taliban war die Beteiligung bei der Präsidentenwahl gering, offizielle Zahlen darüber liegen bisher nicht vor. Eine Sprecherin der Wahlkommission sagte am Samstag, sie wisse nicht, wann das vorläufige Endergebnis bekannt gegeben werde. Das endgültige Ergebnis sollte am 17. September veröffentlicht werden.
Kommt Stichwahl im Oktober?
Nach den neuen Zwischenergebnissen kommt Karzai auf 48,6 Prozent. Sein schärfster Konkurrent, der ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah, folgt demnach mit 31,7 Prozent der Wählerstimmen auf Platz zwei. Sollte Karzai nach Auszählung der restlichen Stimmen nicht die absolute Mehrheit erreichen, wäre eine Stichwahl notwendig. Diese würde im Oktober stattfinden.







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