Frau des Jahres '86
Philippinische Ex-Präsidentin Aquino gestorben
Die ehemalige Hausfrau war nach dem Volksaufstand gegen Diktator Ferdinand Marcos von 1986 bis 1992 Präsidentin der Philippinen. Ihr Mann Benigno Aquino, ein prominenter Marcos-Gegner, war 1983 bei seiner Rückkehr aus dem Exil auf dem Flughafen Manilas von Marcos-Schergen erschossen worden.
Kraft hinter Aufstand
Nach dem Mord wuchs der Widerstand gegen den Diktator und gipfelte schließlich in dem Sturz des Marcos-Regimes. In dem viertägigen Volksaufstand brachte sie Marcos und seine Familie zu Fall und trieb ihn in die Flucht nach Hawaii.
Frau des Jahres 1986
Weil sie den Philippinen die Demokratie zurückgebracht hatte, genoss sie nicht nur zu Hause, sondern auch international hohes Ansehen. Das US-Nachrichtenmagazin "Time" machte Aquino 1986 zur "Frau des Jahres", 1987 wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert. In den sechs Jahren ihrer Amtszeit überstand sie sieben Putschversuche.
Kritikerin von Präsidentin Arroyo
Aquino, die die jetzige Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo 2001 unterstützt hatte, wurde zu einer scharfen Kritikerin ihrer Nachfolgerin, die nach den Wahlen 2004 der Fälschung bezichtigt worden war. Sie forderte Arroyo damals in dem Zusammenhang auch zum Rücktritt auf. Diese kündigte unabhängig von diesem Disput in der Vergangenheit nun umgehend eine zehntägige Staatstrauer an.
US-Präsident Obama "tief betrübt"
US-Präsident Barack Obama zeigte sich in einer ersten Reaktion tief betrübt über den Tod von Aquino: Sie habe eine "entscheidende Rolle in der philippinischen Geschichte gespielt, in dem sie das Land vor mehr als 20 Jahren durch ihre gewaltlose "Volksmacht"-Bewegung zur Demokratie gebracht hat. Ihr Mut, ihre Entschlossenheit und moralische Führung sind eine Inspiration für uns alle".
Im Namen des amerikanischen Volkes drücke der Präsident der Familie Aquinos und der philippinischen Nation sein tiefstes Beileid aus, sagte Präsidentensprecher Robert Gibbs. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, Aquino sei von ihren Landsleuten geliebt und von der gesamten Welt für ihren Mut bewundert worden. Sie habe dabei geholfen, ihrem Land nach vielen Jahren autoritärer Regierung die Demokratie wiederzubringen, sagte Clinton in Washington.
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