Bombe auf Mallorca
Tote bei Explosion – zweiter Sprengsatz entschärft
Damit wurden vorübergehend alle Verbindungen ins In- und Ausland gekappt, um eine Flucht der Drahtzieher zu verhindern. Die Folge waren massive Beeinträchtigungen im internationalen Reiseverkehr. Tausende Urlauber mussten stundenlange Verspätungen hinnehmen. Am Abend wurde der Flughafen wieder geöffnet.
Anschlagsort ist Hochburg britischer Touristen
Der Anschlag ereignete sich in einer beliebten Touristengegend unweit des Strandes, in der Nähe gebe es mehrere Hotels, berichteten die Behörden der Gemeinde Calvia. "Die Wucht der Detonation ließ die Wände erzittern und eine Wanduhr zu Boden stürzen", berichtete ein Büroangestellter, der in der Nähe des Tatorts Dienst getan hatte. "Als wir ins Freie liefen, sahen wir ein Auto in Flammen stehen."
Palmanova liegt rund 15 Kilometer westlich vom Insel-Hauptort Palma und gilt als Hochburg britischer Touristen. Zudem sollte ab kommenden Samstag die spanische Königsfamilie ihren Sommerurlaub auf der Insel beginnen.
Spanien vermutet ETA als Urheber des Terrors
Die spanische Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez erklärte, alle Anzeichen ließen auf ein Attentat der baskischen Separatistenorganisation ETA schließen. Sie verurteilte den "schrecklichen Anschlag" auf das Schärfste. Die EU-Kommission verurteilte das Attentat ebenfalls: "Die spanischen Institutionen und Behörden sollen wissen, dass sie im Kampf gegen den Terrorismus die uneingeschränkte Unterstützung der Europäischen Kommission haben", erklärte die Brüsseler Behörde.
Mallorca war auch in der Vergangenheit schon Schauplatz von ETA-Anschlägen gewesen. Allerdings war dabei bis zum Attentat auf die Polizisten nie ein Mensch ums Leben gekommen. Mallorca galt als relativ sicher, weil die Insel allein aufgrund ihrer Lage den Terroristen nur wenig Fluchtwege bietet. Im Jahr 1995 verfolgte die ETA den Plan, den spanischen König Juan Carlos mit einem Präzisionsgewehr zu erschießen, gab das Vorhaben aber auf.
Separatistenorganisation feiert 50. Gründungstag
Erst am Vortag hatte ein Anschlag im nordspanischen Burgos, der ebenfalls ETA zugeschrieben wurde, 65 Verletzte gefordert (siehe Story in der Infobox). Am Freitag ist der 50. Gründungstag der terroristischen Gruppierung, die mit vollem Namen "Euskadi ta Askatasuna" (Baskenland und Freiheit) hießt. Sie kämpft seit Jahrzehnten gewaltsam für eine Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien und Frankreich.
Die Organisation hatte in den vergangenen Monaten schwere Rückschläge hinnehmen müssen. Ihre Anführer wurden festgenommen, der politische Arm Batasuna (Einheit) und die Nachfolgeparteien für illegal erklärt. Ehemalige ETA-Chefs riefen aus der Haft dazu auf, die Organisation aufzulösen. Die ETA-Führung leitete einen "Prozess des Nachdenkens" über die künftige Strategie ein, kam dann aber zu dem Beschluss, am Terror festzuhalten. Die ETA genießt auch heute noch in Teilen der Bevölkerung des Baskenlands einen gewissen Rückhalt. Etwa 15 Prozent der baskischen Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren hält den Terror für gerechtfertigt.
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