Jakarta-Anschläge

Polizei veröffentlicht Fotos der Attentäter

Ausland
22.07.2009 18:49
Nach den Anschlägen auf zwei Luxus-Hotels in Jakarta hat die indonesische Polizei Digitalbilder mit den rekonstruierten Gesichtern der beiden mutmaßlichen Attentäter veröffentlicht. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte, war einer der mutmaßlichen Selbstmordattentäter offenbar erst 16 oder 17 Jahre alt. Er soll am Freitag den Anschlag auf das Marriott-Hotel mit fünf Toten verübt haben. Sein mutmaßlicher Komplize, der das Ritz-Carlton ins Visier nahm, war demnach zwischen 20 und 40 Jahre alt. Beim Ritz-Carlton-Attentat starben zwei Menschen.

Die mit Hilfe von Computerprogrammen rekonstruierten Gesichter der mutmaßlichen Jakarta-Attentäter wollten die Ermittler den Tatzeugen vorlegen. Nach Polizeiangaben dienten die an den Anschlagsorten gefundenen, abgetrennten Köpfe der mutmaßlichen Täter als Grundlage für die Digitalbilder.

"Wir können bestätigen, dass es sich dabei um die mutmaßlichen Attentäter handelte", sagte Polizeisprecher Nanan Soekarna vor Journalisten. Demnach hatten beide Männer kurzes Haar und sahen asiatisch aus. Der mutmaßliche Marriott-Attentäter soll hellhäutig und zwischen 1,80 und 1,90 Meter groß gewesen sein. Sein dunkelhäutigerer Komplize soll etwa 1,65 Meter groß gewesen sein.

Wer steckt hinter den Anschlägen?
Nach wie vor wird vermutet, dass eine Splittergruppe des islamistischen Terrornetzwerks Jemaah Islamiyah (JI) für die Anschläge verantwortlich ist. Als Drahtzieher der Bluttat mit sieben Todesopfern und mehr als 50 Verletzten vermuten Ermittler den flüchtigen Malaysier Noordin Top. "Ich bin mir 200-prozentig sicher, dass es seine Tat war", erklärte der frühere Jemaah-Islamiyah-Führer Nasir Abbas, der inzwischen mit der Polizei zusammenarbeitet.

Auch ein Polizeiermittler bestätigte, dass Noordin als wahrscheinlichster Hintermann der Selbstmordanschläge gelte. Die amtliche Nachrichtenagentur Antara meldete, die Behörden hätten ihre Suche nach Noordin Top verstärkt und auch Malaysia um Hilfe gebeten. Die Ermittler bemühten sich unter anderem auch, die Finanzströme des Netzwerks ans Licht zu bringen.

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