'Morbide Kampagne'

Neue Berlusconi-Fotos: Steckt Murdoch dahinter?

Ausland
06.07.2009 12:09
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi (Bild links) protestiert gegen die "morbide Kampagne" der Auslandspresse gegen ihn. Der Premierminister bezog sich insbesondere auf die britische Zeitung "Sunday Times" im Besitz des australischen TV-Tycoons Rupert Murdoch (Bild rechts), die die Veröffentlichung neuer Fotos aus dem mittlerweile berühmt-berüchtigten Anwesen Berlusconis angekündigt hat. Die Aufnahmen sollen noch vor dem Beginn des G-8-Gipfels im mittelitalienischen L'Aquila am Mittwoch veröffentlicht werden, um die "größtmögliche Wirkung" zu erzielen, berichtete das Blatt. Murdoch ist im Pay-TV-Markt ein Konkurrent des italienischen Ministerpräsidenten, der ebenfalls mehrere Fernsehsender besitzt.

"Keines der Fotos kann den Premierminister in Verlegenheit bringen", hieß es in einer Presseaussendung von Berlusconis Büro. Die Bilder, von denen die britische Tageszeitung schreibe, seien das Resultat einer Manipulation oder einer digitalen Fotomontage. Die Veröffentlichung von Fotos, die in der Residenz des Premierministers geschossen wurden, sei in Italien aufgrund eines Gesetzes zum Schutz der Privatsphäre verboten, betonte Berlusconi. Wer die Fotos veröffentliche, verstoße gegen das Gesetz, was auch strafrechtliche Folgen haben könnte, sollten die Bilder manipuliert worden sein.

"Eine gewisse Auslandspresse insistiert mit der Veröffentlichung von Lügen und Gerüchten über Premierminister Berlusconi, ohne Namen und Quellen zu zitieren", hieß es in Berlusconis Schreiben. "Wir stehen offenkundig vor einer geplanten Attacke, vor einer morbiden Kampagne, die keinerlei fundierte Elemente hat", so Berlusconi.

Lesbische Spiele unter sardischer Sonne?
Laut "Sunday Times" zeigt ein Foto den breit grinsenden Berlusconi und zwei sich vor ihm küssende junge Frauen in seinem sardischen Anwesen. Außerdem sei eine "gespielte Hochzeit" zu sehen, über die bereits Gerüchte im Umlauf seien. Unterdessen veröffentlichte die spanische Zeitung "El Pais" ein Interview mit der Escort-Lady Patrizia D'Addario, die ihre Darstellung bekräftigte, wie sie mit Berlusconi einen bezahlten Abend in dessen römischem Palazzo Grazioli verbrachte.

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