„Wir haben aus dem Raum Eisenkappel Tipps auf eine Person erhalten, und diese wird von unseren Ermittlern derzeit überprüft“, informiert Kripo-Oberst Christian Martinz.
Bei den Ermittlungen arbeiten die Kriminalbeamten auch mit GPS-Daten - "Roznik" trug ja bekanntlich ein Sendehalsband. Bärenforscher haben damit jetzt ein Zeit- und Bewegungsdiagramm erstellt. "Wir haben uns angesehen, wie weit "Roznik" in den vergangenen Wochen durchschnittlich zwischen 18 und 22 Uhr gegangen ist. Dabei mussten wir feststellen, dass der Bär mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit in Kärnten erschossen wurde", berichtet der Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb, der das Diagramm gemeinsam mit der Bärenforscherin Jerina Klemen von der Universität Laibach erstellt hat.
Nachdem laut Obduktion feststeht, dass der Bär mit einem Herzschuss erlegt wurde, ist für Bärenanwalt Bernhard Gutleb klar, dass "es sich beim Täter um einen Profi handelt." Dafür sorgt die Entsorgung des Kadavers weiterhin für Rätselraten: "Wenn man wirklich etwas verschwinden lassen will, dann gibt es viel bessere Orte, als die Überreste neben einer Straße bei einer Ortschaft in den Bach zu werfen. Auch wenn man in Panik ist", so ein Jäger.
Bärenmord eine Auftragsarbeit?
Mittlerweile gibt es auch Gerüchte, dass der illegale Bärenabschuss eine Auftragsarbeit gewesen sein könnte. Es gebe genug Interessenten, die bereit seien, viel Geld für ein Bärenfell zu zahlen, heißt es. Die Gefährdung einer streng geschützten Tierart ist jedenfalls kein Kavaliersdelikt. "Der Wilderer muss mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 30.000 Euro rechnen", weiß Naturschutzfachmann Gutleb.
Naturschutzreferent Uwe Scheuch erwartet sich von der Kripo eine lückenlose Aufklärung des Verbrechens: "Wir werden künftig jedenfalls unser Bärenengagement in Kärnten verstärken und auf Neuzugang aus Slowenien hoffen und eventuell sogar über die Freilassung eines Bärenweibchens diskutieren." Weiters hat Scheuch am Montag das von der Jägerschaft ausgesetzte "Kopfgeld" von 3.000 Euro zur Ergreifung des Täters verdoppelt.
von Hannes Wallner ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
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