Als externer psychiatrischer Sachverständiger war Norbert Nedopil, Leiter der Abteilung für Forensische Psychiatrie am Klinikum München, hinzugezogen worden. "Doktor Nedopil hat nichts anderes festgestellt, als die anderen Gutachter zuvor auch", sagte Jenny.
Nachdem mehrere österreichische Experten Asner, der vor einigen Tagen seinen 96. Geburtstag feierte, wegen seines psychischen Zustandes für nicht vernehmungsfähig erklärt hatten, hatte die Justiz, um Vorwürfe möglicher Befangenheit zu entkräften, einen Gutachter aus dem Ausland beauftragt. Zuletzt war eine amtsärztliche Untersuchung im Juni 2008 erfolgt, nachdem ein Bericht eines britischen Journalisten für Aufregung gesorgt hatte. Der Journalist hatte erklärt, Asner sei geistig völlig klar, die Gutachter müssten irren.
In Österreich wurde im Jahr 2004 gegen Asner ein Inlandsverfahren wegen des Verdachtes des Völkermordes eingeleitet, 2005 erfolgte ein Auslieferungsantrag von Kroatien. Wegen des gesundheitlichen Zustandes Asners wurden aber alle Verfahren eingestellt. Man hätte das Verfahren schon vor Jahrzehnten führen können, viele Archive mit Kriegsakten seien jedoch erst in den späten 90er Jahren geöffnet worden, hieß es seitens der Justiz.
Sämtliche Vorwürfe stets bestritten
Asner wird vorgeworfen, hoher Funktionär des Ustascha-Regimes, das in Kroatien von 1941 bis 1945 als Handlanger Nazi-Deutschlands und des faschistischen Italien für Gräueltaten und Massenmorde verantwortlich war, gewesen zu sein. Er hat sämtliche Vorwürfe stets bestritten und lebt heute unter dem Namen Georg Aschner in Klagenfurt. Die kroatische Justiz hat zwar um Asners Auslieferung angesucht, Österreich gab dem Gesuch aber nicht statt, weil mehrere Gutachten Asner Vernehmungsunfähigkeit wegen Demenz attestieren.
Symbolbild
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