'Goldene Geschäfte'

Mafia könnte von Erdbebengeldern profitieren

Ausland
16.04.2009 13:31
Die Mafia wittert goldene Geschäfte mit dem Wiederaufbau in der vom Erdbeben betroffenen Region Abruzzen. Der oberste Staatsanwalt in L'Aquila, Alfredo Rossini, wies auf die Gefahr hin, dass mit Mafia-Clans verbundene Baugesellschaften beim Wiederaufbau der mittelitalienischen Region aktiv mitmischen. "Der Geldstrom, der in die Gegend fließen wird, wird den Clans Appetit machen", so Rossini.

Noch gebe es keine sichtbaren Hinweise auf eine Unterwanderung durch die Mafia in den Abruzzen, doch man müsse aufpassen, da die organisierte Kriminalität überall dort sei, wo man mit Bauprojekten leicht zu Geld kommen könne, erklärte der Chefstaatsanwalt der Antimafiabehörde, Piero Grasso. Er schlug am  Donnerstag die Einrichtung einer Behörde vor, die über die Transparenz des Neuaufbaus wachen solle. Grasso sprach sich für die Veröffentlichung einer  "weißen Liste" von Baugesellschaften aus, die jeglichen Kontakt zur organisierten Kriminalität ablehnen.

"Gefahr der Mafia"
Auch der Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, warnte vor der Gefahr, dass die Mafia versuchen könnte, mit  dem Wiederaufbau lukrative Geschäfte zu machen. "Überall, wo es enorme Investitionen gibt, besteht die Gefahr eines Eindringens der Mafia. Dies gilt in ganz Italien, zum Teil auch in Europa und im Rest der Welt. Aufsicht ist notwendig und die italienischen Institutionen werden dazu in der Lage sein", sagte Fini.

Auch der Schriftsteller und Journalist, Roberto Saviano, Autor des Bestsellers "Gomorrah", der vom Einfluss der Camorra in Neapel handelt, warnte, dass die Mafia von dem Wiederaufbau in den Abruzzen profitieren könnte. "Es besteht die Gefahr, dass sich kriminelle Organisationen in Krisenzeiten die großen italienischen Geschäfte wie den Wiederaufbau in den Abruzzen untereinander aufteilen. Seit Jahren investieren und bauen die großen Clans der Camorra", so der Autor.

Wiederaufbau kostet zwölf Milliarden Euro
Der Aufbau nach dem Erdbeben vom 6. April, bei dem 294 Menschen ums Leben gekommen sind, wird die Staatskassen etwa zwölf Milliarden Euro kosten. Innenminister Roberto Maroni versicherte,  dass der Wiederaufbau zügig voranschreiten werde. "Es wird nicht ein Jahrzehnt dauern, aber bestimmt einige Jahre." In der Krisenregion sind 50.000 Menschen obdachlos. Über 15.000 Gebäude sind zum Teil schwer beschädigt oder eingestürzt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
16.04.2009 13:31
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung