Showdown

“House of the Dead: Overkill” vs “Nerf N-Strike”

Spiele
03.04.2009 15:51
Blutrünstige Zombies auf der einen Seite, außer Rand und Band geratene Roboter auf der anderen. Das Allheilmittel heißt in beiden Fällen: ballern was das Zeug hält! Mit Segas "House oft he Dead: Overkill" und Electronic Arts' "NERF N-Strike" bringen gleich zwei Games altes Spielhallen-Feeling auf Nintendos Wii-Konsole. krone.at hat die beiden Lightgun-Shooter zum Duell gebeten.

Die Story
Agent G und Detective Washington steht in "House of the Dead: Overkill" eine schwere Aufgabe bevor: Papa Caesar, seines Zeichens durchgeknallter Wissenschaftler, hat die Bewohner von Bayou City in willenlose Zombies verwandelt. Die beiden wild fluchenden Cops heften sich an die Fersen des Bösewichts und gehen dabei sprichwörtlich über Leichen.

Deutlich zahmer kommt "Nerf N-Strike" daher: Gerade noch hat Shane in einer Spielhalle den Nerf-Highscore geknackt, da bittet ihn ein Roboter namens B.O.B., sein Talent als Rekrut bei den N-Strike-Truppen unter Beweis zu stellen – schließlich kommt man so in den Genuss, zahlreiche Blaster zu testen. Doch der Posten ist heiß begehrt und so muss sich Shane erst gegen seine Mitbewerber behaupten.

Das Gameplay
Per Wii-Mote zielen, abdrücken und durch Schütteln kurz nachladen - mehr hat der Spieler in "House of the Dead: Overkill" nicht zu tun, die Kamera folgt schließlich fix vorgegebenen Pfaden. Unterwegs können Granaten, Erste-Hilfe-Packs sowie diverse Bonus-Items eingesammelt werden, ehe am Ende eines jeden Levels ein Boss-Kampf winkt. Segnet man zwischendurch das Zeitliche, können die durch Kombo-Treffer erspielten Punkte in einen Neustart investiert werden, andernfalls lässt sich das Konto vor jeder Episode durch den Kauf neuer Waffen erleichtern. Schrotflinte, Uzi, Colt und Co können zudem sukzessive aufpoliert werden. Einmal komplett durchgespielt, wird der schwerere und mit zusätzlichen Szenen versehene Director's Cut freigeschaltet. Außerdem stehen drei Mini-Spiele für bis zu vier Spieler zur Verfügung.

Auf den ersten Blick etwas komplexer fällt der Konkurrent "Nerf N-Strike" aus, der Shooter-Elemente mit Geschicklichkeitsaufgaben kombiniert. Ähnlich EAs "Boom Blox" gilt es etwa bestimmte Blöcke mittels Blaster von der Bildfläche zu fegen oder Kugeln in Tore zu befördern. Darüber hinaus darf im Duell mit Robotern getestet werden, wer schneller zieht oder wer dem Angriff länger standhält, wobei Powerups die Siegeschancen zu den eigenen Gunsten verändern können. Auch ein Scharfschützen-Modus, in dem nur Roboter einer bestimmten Farbe zu treffen sind, ist neben der obligatorischen Ego-Kamerafahrt mit von der Partie. Wer auf den Missionsmodus keine Lust hat, findet sämtliche Herausforderungen auch im Modus "Freies Spiel", an dem sich bis zu drei weitere Spieler beteiligen können. Knackt man den Highscore, wird man mit einem neuen Blaster belohnt: 26 gibt es an der Zahl, sie unterscheiden sich in punkto Ladekapazität, Feuerrate und Leistung voneinander.

Die Präsentation
In Sachen Optik und Texturqualität bekleckern sich beide Spiele nicht mit Ruhm."House of the Dead: Overkill" gelingt es jedoch zumindest für ein wenig Abwechslung zu sorgen. Mit jedem Level wechselt in Segas Ballerei der Schauplatz und tauchen zum Teil andere Gegner auf, während in "Nerf N-Strike" nur karge Raumschiff-Monotonie herrscht. Dafür läuft das Spiel aus dem Hause EA weitgehend ruckelfrei über den Bildschirm, was man vor allem beim Multiplayer-Spiel von "House of the Dead: Overkill" nicht behaupten kann. Das Sega-Spiel punktet wiederum mit astreinen, wenn auch stark vulgären Dialogen und einer herrlich groovenden Funk-Musik, während bei "Nerf N-Strike" bis auf die lieblos-lächerlichen Sager kaum ein Ton zu vernehmen ist.

Das Zubehör
So richtig Spaß machen beide Spiele erst mit dem nötigen Zubehör. Sega bietet mit der "Hand Cannon" für rund 20 Euro einen recht schwer in der Hand liegenden Colt-Nachbau aus Plastik für die Wii-Mote an, für "Nerf N-Strike" gibt es für ein paar Euro weniger eine angenehmer zu haltende Blaster-Replik, die sich auch ohne Konsole verwenden lässt: Dank Luftdruck können mit dem Blaster kleine Schaumstoffpfeile verschossen werden. 

Fazit: Erwachsene Wii-Besitzer mit einer Vorliebe für Tarantino, trashige B-Movies und Grindhouse-Kino kommen an Segas Zombie-Hatz in "House of the Dead: Overkill" nur schwer vorbei. Trotz Rucklern, grober Texturen und wenig spielerischem Tiefgang sorgt das Game vor allem im Spiel zu zweit für mächtig Laune. EAs kindgerecht aufbereitetes und gänzlich unblutiges "Nerf N-Strike" punktet mit im Vergleich zur Sega-Ballerei spielerischer Vielfalt, lässt aber eine packende Story sowie grafischen Abwechslungsreichtum vermissen.  

House of the Dead: Overkill
Plattform: Wii
Publisher: Sega
krone.at-Wertung: 8/10

Nerf N-Strike
Plattform: Wii
Publisher: Electronic Arts
krone.at-Wertung: 6/10


von Sebastian Räuchle

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