Ins Meer gestürzt

16 Tote bei Hubschrauber-Absturz vor Schottland

Ausland
02.04.2009 18:19
Nach nur einem Tag intensiver Suche ist es traurige Gewissheit: Den Absturz eines Hubschraubers (im Bild ein Helicopter des gleichen Typs) in die Nordsee vor der schottischen Küste hat am Mittwoch keiner der 16 Insassen überlebt. Die Polizei hat keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. Acht Leichen sind bisher geborgen worden, nach den acht weiteren Insassen wird im Umkreis der Unglücksstelle weiter gesucht.

Die acht Vermissten seien entweder im verunglückten Helikopter eingeschlossen oder ihre Körper von der Absturzstelle weggespült worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. "Nun ist es bedauerlicherweise nur noch ein Bergungseinsatz." Trümmerteile seien bereits geborgen und in den Hafen von Aberdeen gebracht worden. Der Hubschrauber sei auf den Grund des Meeresbodens gesunken. Über die Ursache des Unglücks war am Tag nach dem Absturz noch nichts bekannt.

In Aberdeen herrsche eine "ungewohnte Stille", sagte der Polizeisprecher. "Wir sind es gewohnt, Hubschrauber alle paar Minuten über Aberdeen zu sehen und zu hören. Das ist schon die letzten 20 oder 30 Jahre so. Ich wäre überrascht, wenn die Menschen in Aberdeen dieses schreckliche Ereignis heute Morgen beim Aufstehen nicht im Kopf gehabt hätten. Das geht den Menschen wirklich sehr nahe."

Hubschrauber stürzte "schlagartig" ins Meer
Der Helikopter befand sich auf dem Rückweg von einer Öl-Plattform des Energiekonzerns BP. Knapp 60 Kilometer nordöstlich von Aberdeen verlor der Pilot plötzlich die Kontrolle über die Maschine vom Typ Super Puma AS 332 L2. Um 13.57 Uhr stürzte der Hubschrauber "schlagartig" ins Meer. BP hat den Austausch seiner Besatzung auf den Öl-Plattformen mit der Firma Bond Offshore Helicopters vorübergehend ausgesetzt.

Queen kondoliert den Angehörigen
Königin Elizabeth II. schickte den Angehörigen der acht geborgenen Toten noch am Abend ein Kondolenzschreiben. Der britische Premierminister Gordon Brown - derzeit Gastgeber des G20-Gipfels - drückte den Angehörigen sein Mitgefühl aus. "Das ist ein tragischer Tag gewesen." Der Schottland-Minister der Regierung, Jim Murphy, sagte: "Diese Tragödie erinnert uns daran, dass die Nordsee trotz erheblich verbesserter Sicherheit einer der rauesten Arbeitsplätze auf der Erde sein kann".

Ein Schiff mit den Leichen erreichte den Hafen von Aberdeen am Donnerstag noch vor der Morgendämmerung. Bei den Insassen des Hubschraubers handelte es sich um 15 Briten sowie einen EU-Ausländer. Dessen Angehörige habe die Polizei noch nicht erreicht, hieß es.

Vor sechs Wochen ähnliches Unglück
Erst am 18. Februar war ein baugleicher Hubschrauber derselben Firma, Bond Offshore Helicopters, ebenfalls nahe der schottischen Küste abgestürzt. Bei dem gescheiterten Landeanflug auf eine Ölplattform wurden 18 Menschen verletzt. Die Gesellschaft hatte 2004 die ersten Helikopter des Bautyps AS 332 L2 geliefert bekommen. Den Transporthubschrauber Super Puma stellt die EADS-Tochter Eurocopter her.

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