Vater drehte durch
16-Jähriger schwebt in Lebensgefahr
Bei der Familientragödie im deutschen Hornsen mit drei Toten ist der 37-jährige Täter gezielt vorgegangen. Als Motive werden Eifersucht und wirtschaftliche Schwierigkeiten vermutet. Wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten, gab der Forstwirt am Mittwoch vor dem Haus der Familie zunächst drei Schüsse auf seine Lebensgefährtin ab. Die Frau sei unvorbereitet am Steuer ihres Autos von den Kugeln getroffen worden, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Seemann. Anschließend feuerte der Täter im Haus auf vier Kinder und tötete sich mit einem Kopfschuss.
Der Forstwirt feuerte bei der Bluttat insgesamt elf Mal aus einer großkalibrigen Pistole und musste dabei einmal das Magazin wechseln. Nach den tödlichen Schüssen auf seine 40-jährige Partnerin ging der Täter ins Haus und schoss im Parterre und im ersten Stock weiter. Im Haus hielten sich die vier Kinder der Familie und eine Bekannte mit ihrem Sohn auf.
16-Jähriger noch in Lebensgefahr
Der Vater feuerte auf sie acht Schüsse ab und verletzte seinen achtjährigen Sohn Niklas tödlich. Dieser hatte sich zwar noch mit den anderen zu Nachbarn schleppen können, doch die Rettungskräfte konnten ihn nicht retten. Zwei weitere Kinder des Mannes (14 und 16) sowie der befreundete 15-Jährige wurden schwer verletzt, der älteste von ihnen schwebt noch in Lebensgefahr. Die sechsjährige Tochter und die Mutter des 15-Jährigen blieben unverletzt.
Paar hatte "seit langem Beziehungsprobleme"
Nach Angaben der Polizei hatten der Familienvater und seine 40-jährige Frau seit zehn Jahren eine Beziehung. Zwei der vier Kinder stammen aus einer früheren Beziehung der Mutter, sagte der ermittelnde Hauptkommissar Guido Nolte. Zwischen Vater und Mutter habe es "seit langem Jahren Beziehungsprobleme und Konflikte gegeben", so Nolte. Eifersucht des Schützen und wirtschaftliche Probleme in der Familie seien mögliche Motive der Tat. Entsprechende Hinweise hätten Zeugen gegeben.
Der 37-jährige Forstwirt durfte keine Waffen besitzen, die Polizei fand bei ihm neben der großkalibrigen Pistole der US-Fabrikats "Ruger" unter dem Bett jedoch noch eine Doppelflinte und einen Neun-Millimeter-Signalrevolver. Der Forstwirt habe mit der Begründung, er wolle Sportschütze werden, zwar eine Waffenbesitzkarte beantragt, in die Karte seien aber noch keine Waffen eingetragen worden.
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