"Sehr erfolgreich"
Deutsche Regierung sieht gute Chancen für Opel
Weder die US-Regierung noch die deutsche Bundesregierung seien weiter bereit, Milliarden in ein Unternehmen zu stecken, das dem internationalen Wettbewerb auf Dauer nicht gewachsen sei, sagte Guttenberg nach einem Treffen mit US-Finanzminister Timothy Geithner. Beide verabredeten eine enge Zusammenarbeit bei der Krisen-Bewältigung des GM-Konzerns. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe sollen die Gespräche auf Spitzenebene verankert werden. Zudem will Guttenberg einen Koordinator installieren, der die Bemühungen um einen Investor für GM und die europäischen Töchter aufeinander abstimmen soll.
Merkel mit Guttenberg-Tour zufrieden
Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war die Reise Guttenbergs "sehr erfolgreich". Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, die Bundesregierung werde jetzt in den nächsten Wochen im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter an einer Rettung von Opel arbeiten, sie könne aber nicht Aufgaben des Konzerns übernehmen. Eine europäische Lösung für Opel könne nur durch "aktive Mitarbeit" der Bundesregierung erreicht werden, sagte der SPD-Fraktions-Geschäftsführer Thomas Oppermann. FDP-Chef Guido Westerwelle bewertete die Reise mit den Worten: "Außer Spesen fast nichts gewesen." Guttenberg selbst zeigte sich mit den Gesprächen in New York und Washington "sehr zufrieden". "Der Hoffnungsschimmer für Opel ist wieder etwas heller geworden", sagte er.
Opel hält sich für überlebensfähig
Der Chef von GM-Europa Carl-Peter Forster und Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz warben am Mittwoch im Deutschen Bundestag um die erhofften Milliarden-Staatshilfen. Aus einem Papier für die Abgeordneten geht hervor, dass Opel seine Probleme als Folge der Finanzkrise und mangelnder Kreditversorgung sieht. Auch hält sich das Unternehmen für die europäische Wirtschaft und Autoindustrie insgesamt für sehr wichtig ("systemrelevant"). US-Regierung und Bundesregierung machen dagegen eher strukturelle Probleme für die Krise des Autobauers verantwortlich.
BMW dementiert Einstiegsgerüchte
Opel strebt eine weitgehende Abkopplung des Europa-Geschäfts vom Mutterkonzern an und sucht Investoren. Vom Staat werden europaweit Hilfen von 3,3 Mrd. Euro für die nächsten zwei Jahre erhofft - über Bürgschaften, Kredite oder Beteiligungen. In dem Papier erklärt Opel, es würden bereits Gespräche mit Investment-Banken als Investoren geführt. Laut Guttenberg gibt es sowohl aus dem Finanzsektor als auch aus der Industrie interessierte Investoren. BMW-Chef Norbert Reithofer bestritt indessen nochmals jegliches Interesse an einen Einstieg bei Opel.
Opel-Betriebsrat fordert weltweiten Vertrieb
Die Arbeitnehmervertretung von Opel forderte unterdessen, die Autos als Zugeständnis des Mutterkonzerns künftig weltweit vertreiben zu dürfen. Im GM-Verbund darf Opel bisher nur auf dem europäischen Markt auftreten, das müsse geändert werden, sagte Franz der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch). Opel hat nach Angaben des Betriebsrates Fabrik-Kapazitäten für 2 Millionen Autos im Jahr. Im vergangenen Jahr wurden aber nur 1,4 Millionen Fahrzeuge abgesetzt.
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