Die Depotauszüge, die Auer von Welsbach vorlegt, sprechen eine deutliche Sprache: Da wurde in großem Stil mit Aktien gezockt - so gefinkelt, dass binnen weniger Stunden Millionen verschoben werden konnten. "Ich habe nichts davon gewusst", ist der Firmenboss verbittert. Durch den massiven Werteverfall der eigenen Papiere und des Realverlustes von 50 Millionen Euro seien auf diese Weise bis zu 400 Millionen Euro Schaden entstanden.
Durch die Finger schauen vorerst die Anleger: 13.000 Kunden sitzen auf Genussscheinen, die zwar an der Börse notiert sind, die aber derzeit niemand haben will. Auch Auer selbst steht vor den Trümmern seines Lebenswerks: "Es war leicht, uns als schuldig hinzustellen. Jetzt, wo klar scheint, dass wir selbst Opfer wurden, gehen die Ermittlungen nur schleppend weiter." Seit Wochen bemühe man sich um einen Termin bei der Staatsanwaltschaft, bislang vergeblich. "Dabei können wir beweisen, wie einige Deals gelaufen sind; die Konten öffnen und Geldflüsse nachvollziehen kann aber nur die Justiz!"
Vorwurf gegen "kriminelles Syndikat"
Der Vorwurf richtet sich gegen "ein kriminelles Syndikat", wie Auer und sein Neo-Vorstand Arnulf Komposch, einst Kripochef von Villach, behaupten: Ein Ex-Mitarbeiter, ein Broker sowie Angestellte großer Banken in Graz und Deutschland hätten zusammengearbeitet, um sich derart zu bereichern. "Wir haben daher auch eine Klage über 20 Millionen Euro gegen eine Bank eingebracht. Sie haftet für die Machenschaften ihrer Leute!"
von Kerstin Wassermann, Kärntner Krone
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