Dass 14 burgenländische Gemeinden ihr Postamt verlieren sollen, übertreffe die schlimmsten Befürchtungen, so Illedits. Auch die Vorgangsweise der Post, die Länder und Gemeinden "vor vollendete Tatsachen" stelle, sei unter jeder Kritik.
"Grundversorgung massiv gefährdet"
"Wir werden alle Protestmaßnahmen der Post-Gewerkschaft unterstützen", erklärte Illedits. Wenn das Post-Management von einem "bloßen Austausch" gegen Postpartner und einer Beibehaltung des Personalstandes spreche, werde die Öffentlichkeit "bewusst getäuscht. Es geht um eine groß angelegte Privatisierung des Filialnetzes." Damit sei die Grundversorgung im ländlichen Raum massiv gefährdet, auch bei der Belegschaft seien schmerzhafte Einschnitte programmiert.
Gemeinden wurden nicht informiert
"Es wurden die Postamtsschließungen nur ins Internet gestellt. Es sind keine Gemeinden informiert worden, es ist auch das Land nicht informiert worden", so ÖVP-Chef Steindl. Er fordere: "Alle Fakten auf den Tisch. Wir sind dagegen, dass weitere Postämter geschlossen werden. Das ist eine Aushöhlung des ländlichen Raumes." In der Zwischenzeit sei die Angelegenheit auch "ein Politikum" geworden: In Wien werde "kein einziges Postamt" geschlossen, in den Ländern würden hingegen Schließungen "reihenweise" erfolgen: "Das kann es nicht sein", so Steindl. So lange nicht alle Fakten auf dem Tisch lägen, sei man gegen jede Schließung.
FPÖ gibt SPÖ die Schuld für "Post-Desaster"
Aus Sicht der FPÖ trage die SPÖ die volle Verantwortung für das "Post-Desaster". "Für die Freiheitlichen bricht die SPÖ damit ein zentrales Wahlversprechen aus dem letzten Nationalratswahlkampf", erklärte Parteiobmann Johann Tschürtz in einer Aussendung. Die Schließung weiterer Postämter sei "eine logische Konsequenz, für die SPÖ und ÖVP die volle Verantwortung tragen." SPÖ und ÖVP sollten ihre Kritik an die eigene Bundesregierung richten, empfahl der FPÖ-Politiker.
Eine Frage des politischen Willens
Seit einem Jahr wüssten SPÖ und ÖVP, dass auch im Burgenland "zahlreiche Postämter geschlossen" würden. "Dagegen unternommen haben Illedits und Steindl aber nichts", so Grünen-Klubobfrau Grete Krojer, die beiden Regierungsparteien "politische Unehrlichkeit" vorwarf. Seit Jahren drehe sich die Diskussion um die Schließung von Postämtern im Kreis, weil der politische Wille, Problem zu lösen, fehle. Infrastrukturministerin Doris Bures (S) könnte nach deutschem Modell Postämter retten, indem sie einen fixen Bevölkerungsschlüssel für den Bestand eines Postamtes vorschreibe, argumentierte Krojer.
Arbeiterkammer sorgt sich um Post-Mitarbeiter
Protest kam auch von der Arbeiterkammer. "Das Post-Management will die angekündigten Postamtsschließungen im Burgenland dazu nutzen, Mitarbeiter loszuwerden", erklärte AK-Präsident Alfred Schreiner. Die Schließungen würden für die Postmitarbeiter im Burgenland einen Arbeitsplatzabbau, die Zunahme atypischer und prekärer Beschäftigung sowie Gehaltseinbußen bedeuten. "Wir stehen auf Seite der Postmitarbeiter und der Konsumenten", erklärte Schreiner.
Symbolfoto
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