26.01.2009 20:28 |

Sturmschäden

Viele Haushalte in Südeuropa noch ohne Strom

In Frankreich und Spanien haben Tausende Helfer damit begonnen, die Sturmschäden vom Wochenende zu beseitigen. Im Südwesten Frankreichs waren am Montag noch rund 680.000 Haushalte ohne Strom, in Spanien noch 50.000. Europaweit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf mindestens 25.

Im Südwesten Frankreichs wurden am Montag 650 weitere Soldaten erwartet, nachdem die Regierung schon am Vortag 300 entsandt hatte. Viele Haushalte werden dort noch tagelang ohne Strom sein. Erst bis zum kommenden Wochenende werde in über 90 Prozent der betroffenen Häuser der Strom wieder fließen, teilte der französische Energiekonzern EDF mit. Tausende Techniker waren mit der Reparatur beschädigter Leitungen beschäftigt, darunter auch Experten aus Deutschland.

Bei einem Erdrutsch auf einer Autobahn im Süden Italiens starben am Sonntagabend zwei Menschen, eine Frau ertrank an der Amalfiküste, als sie beim Spaziergang am Meer von einer Welle erfasst wurde.

15 Opfer in Spanien
In Spanien erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf 15: Zwei Menschen starben in Galizien in der Nacht auf Montag laut Behörden an einer durch Notstromgeneratoren ausgelösten Kohlenmonoxidvergiftung. In der nordspanischen Küstenstadt San Sebastian wurde eine Frau tot aus dem Atlantik geborgen, die der Sturm ins Meer gerissen hatte.

Vier tote Kinder bei Halleneinsturz
Am Samstag waren in der Nähe von Barcelona allein vier Kinder beim Einsturz einer Sporthalle ums Leben gekommen. Sie waren vor dem heftigen Sturm von einem Baseball-Platz in die Halle geflüchtet.

Vorwürfe gegen spanisches Wetteramt
Dem spanischen Wetteramt wurde vorgeworfen, nicht rechtzeitig vor dem Unwetter am Wochenende gewarnt zu haben. Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba räumte ein, es habe zwar Sturmwarnungen gegeben, diese seien aber vom Ausmaß des Orkans übertroffen worden. In Ostspanien brachte die Feuerwehr in der Gegend von Valencia und Alicante zwei Waldbrände unter Kontrolle. Die vom Sturm angetriebenen Flammen hatten etwa 1.100 Hektar Wald- und Buschland zerstört.

In Frankreich starben durch das schwere Unwetter mindestens acht Menschen. Unter ihnen waren vier Hausbewohner, die Kohlenmonoxidvergiftungen durch Notstromaggregate erlitten. Eine 73-Jährige starb, als wegen des Stromausfalles ihr Beatmungsgerät aussetzte.

Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h
Der Sturm "Klaus" war am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 180 und bis zu 200 Stundenkilometern über das nördliche Spanien und den Süden von Frankreich hinweggefegt und erreichte später auch Portugal, wo Hunderte Menschen auf blockierten Straßen in ihren Autos festsaßen. Rettungskräfte brachten rund 600 Menschen in Sicherheit.

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