Sarkozy greift durch

Rachida Dati wird nach Brüssel “abgeschoben”

Ausland
23.01.2009 17:17
Frankreichs Präsident Sarkozy hat in der Debatte um seine umstrittene Justizministerin Rachida Dati nun offenbar ein Machtwort gesprochen: Dati wird aus der Regierung ausscheiden und nach Brüssel "abgeschoben". Die Politikerin habe sich bereit erklärt, am 7. Juni bei der Europawahl zu kandidieren, berichtete "Le Figaro" am Freitag. Dati war zuletzt schwer unter Beschuss, weil sie den Vater ihres Anfang Jänner geborenen Kindes nicht nennen wollte. Als sie fünf Tage nach dem Kaiserschnitt auch noch in High Heels zur Arbeit ging, wurde ihr gar der Titel "Rabenmutter" verliehen.

Auch Landwirtschaftsminister Michel Barnier wird die Regierung verlassen und schon ab März den Wahlkampf der Regierungspartei UMP für das Europaparlament führen. Die 43-jeährige Dati habe sich damit abgefunden, den Ministerposten in den kommenden Monaten aufgeben zu müssen, berichtet "Le Figaro". 

Datis Kandidatur bei der Europawahl solle an diesem Samstag bei einem Parteitag der Regierungspartei UMP von Sarkozy verkündet werden. Spätestens im Mai muss sie ihr Amt niederlegen, um sich auf den Wahlkampf zu konzentrieren, hieß es. Noch letzte Woche hatte Dati erklärt, sie sei "nicht bereit", das Kabinett zu verlassen. 

Fünf Tage nach Geburt zur Kabinettssitzung
Die Ministerin mit einer Schwäche für Luxus-Kleider hatte nach der Wahl von Sarkozy 2007 zunächst zu den Stars der neuen konservativen Regierung gehört. Erstmals wurde mit ihr eine Vertreterin aus einer nordafrikanischen Einwandererfamilie mit einem großen Ministerium betraut. Dati büßte ihre Beliebtheit aber nach heftigem Widerstand gegen ihre Reformen im Justizsystem und einem angeblich autoritären Amtsstil ein.

Für Furore sorgte sie Anfang Jänner, als sie bereits fünf Tage nach der Geburt ihrer Tochter wieder zum Dienst antrat. Dati weigerte sich bisher, den Namen des Vaters zu nennen, was für Spekulationen sorgt. Erst am Freitag beteuerte Spanies Ex-Regierungschef Jose Maria Aznar im Radiosender Europe 1 erneut, dass er nicht der Vater sei. Die Ministerin selbst hatte zu dem Thema im September lediglich gesagt, sie habe "ein kompliziertes Privatleben". Seit ein paar Wochen hält sich zudem das Gerücht, der jüngere Bruder von Präsident Nicolas Sarkozy habe Dati geschwängert.

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