Bereits gegen 5.00 Uhr war es zu ersten Störungen gekommen. Bis zu 30 Mitarbeiter der Tiwag waren am Mittwoch damit beschäftigt, die Schäden an den Stromleitungen wieder zu beheben. "Das Hauptproblem war die massive Schneelast auf den Leiterseilen", sagte Wolfgang Wurnig von der Zentralen Netzleitstelle der Tiwag (Tiroler Wasserkraft AG). Der Schnee habe sich in bis zu 30 Zentimeter dicken Walzen um die Leitungen gelegt. Durch das teilweise tonnenschwere Gewicht seien die Leitungen dann gerissen.
Straßensperre wegen Lawinengefahr
Bis auf etwa zehn Haushalte in Innervillgraten seien mittlerweile alle wieder an die Stromversorgung angeschlossen. "Dort war bis vor kurzem die Straße noch aufgrund der großen Lawinengefahr gesperrt", erklärte Wurnig.
Von den Stromausfällen betroffen waren vor allem das Osttiroler Gailtal, die Gemeinden Kartisch, Ober- und Untertilliach bis zur Kärntner Grenze. Darüber hinaus gab es auch im Lesachtal sowie im Defreggental Probleme. Aufgrund der großen Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten blieben bis zum Nachmittag das Villgratental und das Winkeltal.
Lawinengefahr ist groß
Die Lawinengefahr wurde am Mittwoch in Nord- und Osttirol als "erheblich" (Stufe 3) eingestuft, oberhalb 1.600 Meter wurde sie in Osttirol sogar als "groß" (Stufe 4) bezeichnet. Gefahrenstellen bildeten Steilhänge, eingewehte Rinnen und Mulden sowie Kammlagen aller Expositionen, teilten Experten des Lawinenwarndienstes mit. Schon das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers, also eine geringe Zusatzbelastung, könnten Lawinen auslösen. Auch mit einer Selbstauslösung sei zu rechnen. Für die nächsten Tage sei "keine rasche Entspannung" der Lawinensituation zu erwarten.
Loks entgleist
Schwierigkeiten aufgrund der starken Schneefälle hatte es in der Nacht auf Mittwoch auch beim Schienenverkehr gegeben. Bei Sillian entgleisten zwei Loks und beschädigten die Schienen. Verletzt wurde niemand. Der Zugverkehr zwischen Lienz und Sillian war aber bis kurz nach 15.00 Uhr unterbrochen und wurde im Schienenersatzverkehr geführt, gab ÖBB-Sprecher Christoph Bosch an.
Symbolbild
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