Supermaman ärgert
Frauenrechtlerinnen empört über Dati
Auch die Frauenrechtlerin Florence Montreynaud, eine Mutter von vier Kindern, ist entsetzt. Aus lauter Machtgier habe Dati die "monströse Ausbeutung" der Arbeiterinnen in den 20er-Jahren wiederholt, von denen jede fünfte in der Fabrik entbunden habe, sagte Montreynaud am Donnerstag.
Die Generalsekretärin der Organisation Familienplanung, Marie-Pierre Martinez, nimmt die 43-jährige Ministerin in Schutz. Dati habe "keine Wahl" gehabt, sagte sie. Die gesellschaftlichen Normen seien immer noch sehr auf Männer ausgerichtet, und Dati hätte ihre Karriere aufs Spiel gesetzt, wenn sie länger zu Hause geblieben wäre.
Rätselraten um Vater des Kindes
Dati hatte am vergangenen Freitag per Kaiserschnitt ihr erstes Kind zur Welt gebracht. Am Mittwochmorgen verließ sie die Klinik mit ihrer Tochter Zohra, um wenig später - im dunklen Kostüm und mit Stöckelschuhen - an einer Kabinettssitzung im Elyséepalast teilzunehmen. Unklar ist weiterhin, wer der Vater des Kindes ist. Dati weigert sich, den Namen bekannt zu geben. Zuletzt ist spekuliert worden, dass es sich dabei um François Sarkozy, den Bruder von Präsident Nicolas Sarkozy, handelt. Aber auch Spaniens Ex-Premier José María Aznar war im Zusammenhang mit Datis Schwangerschaft genannt worden.
Dati war 2007 schlagartig bekannt geworden, als Staatschef Nicolas Sarkozy sie ins Kabinett holte; sie ist die erste Politikerin aus einer nordafrikanischen Einwandererfamilie, die in Frankreich ein so hohes Amt ausübt.
Sie ist aber nicht die erste französische Ministerin, die während ihrer Amtszeit ein Kind zur Welt bringt - unter anderem kam auch die ehemalige sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal als Ministerin mit einem Kind nieder und kehrte kurz darauf in den Dienst zurück. Die gesetzliche Mutterschutzfrist beträgt in Frankreich 16 Wochen. Die EU-Kommission will die Frist auf 18 Wochen ausweiten.
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