Nach sieben Jahren!

FARC-Rebellen wollen sechs Geiseln freilassen

Ausland
22.12.2008 11:39
Ob sich da ein kleines Weihnachtswunder anbahnt? Die FARC-Rebellen in Kolumbien wollen nach Angaben eines Radiosenders bereits in den kommenden Tagen sechs ihrer Geiseln freilassen. Es sollen demnach drei Polizisten, ein Soldat, ein ehemaliger Gouverneur und ein früherer Abgeordneter freikommen, heißt es in einer Erklärung, die der Sender Radio Caracol am Sonntag (Ortszeit) verbreitete.

Die Freilassung sei eine Geste des guten Willens und solle zu Gesprächen über einen Gefangenenaustausch führen, erklärten die linksgerichteten Rebellen. Ein genaues Datum wurde nicht genannt. Die Geiseln sollten bald freikommen, hieß es lediglich. Der Guerilla-Führung zufolge werden die sechs Gefangenen einer Kommission unter Vorsitz der Senatorin Piedad Cordoba übergeben, die bereits früher als Vermittlerin zwischen Regierung und FARC tätig war. Cordoba sagte einem Fernsehsender, dass sie schon vor einer Woche von der möglichen Geisel-Freilassung informiert worden sei.

28 Geiseln gegen 500 Kämpfer
Bei dem ehemaligen Gouverneur handelt es sich der Mitteilung zufolge um den seit Juli 2001 entführten Alan Jara aus dem Staat Meta. Bei dem Abgeordneten soll es sich um den seit April 2002 gefangen gehaltenen Sigifredo Lopez handeln. Die sechs gehören zu einer Gruppe von 28 Geiseln, deren Austausch gegen 500 FARC-Häftlinge die Guerilla vorschlägt.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) kämpfen seit mehr als 40 Jahren gegen die Regierung und haben mehrere hundert Geiseln in ihrer Gewalt. Die Streitkräfte töteten 2008 mehrere Führungsmitglieder der Rebellen und schwächten die Struktur der Organisation entscheidend.

Paukenschlag mit Betancourt-Befreiung
Im Jänner und Februar ließ die FARC auf Vermittlung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez sechs Politiker frei. Vor der Freilassung im Februar hatte es eine ähnliche öffentliche Ankündigung wie am Sonntag gegeben. Den kolumbianischen Streitkräften gelang es im Juli mit einem verdeckten Einsatz 15 Geiseln zu befreien. Unter ihnen war auch die weltweit bekannteste Geisel, die Franko-Kolumbianerin Ingrid Betancourt, eine vormalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin.

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