Der "Kuckuck" droht

Kärnten droht Exekution durch Bundespräsidenten

Kärnten
18.12.2008 11:54
Dem Land Kärnten droht jetzt eine Exekution von Gerichtskosten in der Höhe von 4.960 Euro durch Bundespräsident Heinz Fischer. Hintergrund ist die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes in der Frage der zustehenden Parteienförderung für die FPÖ Kärnten. Das Höchstgericht hatte der Beschwerde der FPÖ statt gegeben. Im Urteil hat der Gerichtshof das Land auch zur Übernahme der Anwaltskosten des Rechtsvertreters der FPÖ Kärnten verurteilt, teilte der Anwalt am Freitag mit.

Da die Zahlung an den Rechtsvertreter der FPÖ Kärnten, den Salzburger Rechtsanwalt und FPÖ-Politiker Andreas Schöppl, trotz abgelaufener Frist bis dato nicht eingetroffen ist, strebt Schöppl nun eine Exekution gegen das Land an. "Ich muss den Verfassungsgerichtshof nun ersuchen, dass dieser beim Bundespräsidenten die Hereinbringung der Kosten veranlasst", schildert Schöppl die Vorgangsweise. Für den Rechtsanwalt und FPÖ-Politiker sei es unverständlich, dass das Land nicht zahle. "Vorbildhaft ist das Verhalten keineswegs, denn jeder Bürger hat Gerichtsurteilen Folge zu leisten", so Schöppl.

Hintergrund des Ganzen:
Im April 2005 hatte sich das BZÖ von der FPÖ abgespalten. Im Kärntner Landtag wurde die FPÖ damit schlagartig zur Ein-Mann-Fraktion - in Person von Franz Schwager – reduziert. 15 Mandatare wechselten mit dem damaligen Landeshauptmann Jörg Haider ins BZÖ, das sich in dem Bundesland allerdings weiterhin "Freiheitliche in Kärnten" nannte.

Keine Parteienförderung für FPÖ
Ende April beschloss der Landtag neue Richtlinien für die Parteienförderung. Demnach sollten nur noch Parteien mit mindestens zwei Abgeordneten gefördert werden, womit die FPÖ künftig leer ausging. Die FPÖ wandte sich an den Verfassungsgerichtshof, der Ende 2007 ein Gesetzesprüfungsverfahren einleitete. 

Das Ergebnis:
Die Richtlinien für die Parteienförderung dürfen zwar geändert werden, aber nicht während der laufenden Gesetzgebungsperiode. Die Kärntner FPÖ kündigte an, die Parteienförderung für die vergangenen drei Jahre in der Höhe von rund 2,1 Millionen Euro nachfordern zu wollen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Kärnten
18.12.2008 11:54
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung