US-Kongress warnt

Nuklearer Terrorangriff bis 2013 wahrscheinlich

Ausland
02.12.2008 14:15
In den kommenden fünf Jahren wird die Wahrscheinlichkeit eines biologischen oder nuklearen Terrorangriffs in der Welt nach einer Studie des US-Kongresses immer größer. Eine wachsende Gefahr gehe von "Schurkenstaaten", Atomschmugglern sowie von der weltweiten Weiterverbreitung der Atomtechnologie aus, heißt es in dem Bericht eines überparteilichen Kongressausschusses laut der "Washington Post".

Die Wahrscheinlichkeit terroristischer Anschläge in den USA sei gewachsen, heißt es in dem Kongressbericht. "Ohne größere Dringlichkeit und entschiedenes Handeln der internationalen Gemeinschaft" sei ein Terrorangriff mit Massenvernichtungswaffen sehr wahrscheinlich. Besonders besorgt zeigen sich die Autoren der Studie über die Atommacht Pakistan, wo es Terrornetzwerke und instabile Verhältnisse gebe. "Pakistan ist unser Verbündeter, aber es gibt die große Gefahr, dass es unwissentlich Quelle eines Terrorangriffs auf die USA wird, möglicherweise mit Massenvernichtungswaffen."

Amerikas Sicherheits-Spielraum gesunken
Der Report drängt die künftige US-Führung unter Barack Obama, "entschlossen zu handeln", damit die Wahrscheinlichkeit eines "verheerenden Angriffs" reduziert werde. "Aus unserer Sicht ist Amerikas Sicherheits-Spielraum gesunken, nicht gewachsen", so die Kommission, die von dem demokratischen Ex-Senator Bob Graham geleitet wurde.

Die Gefahr eines Angriffs mit biologischen Waffen scheine derzeit größer zu sein als mit nuklearen Waffen, weil diese noch immer schwerer zu besorgen oder zu bauen seien. Allerdings wachse auch die Gefahr eines atomaren Terrorangriffs rapide. Die Mitglieder der Kommission hatten laut der "Washington Post" mehr als 260 Gespräche mit Experten, Regierungsbeamten und Militärs in aller Welt geführt.

Gefahr aus dem Iran und Nordkorea
Die Studie warnt auch vor den Gefahren, die von den Nuklearanstrengungen des Irans und Nordkoreas ausgingen. Der künftige US-Präsident Obama müsse "mit Härte" gegen solche Staaten vorgehen. Sollte er mit diplomatischen Mitteln den Iran und Nordkorea zu einer Umkehr in der Nuklearpolitik bewegen wollen, "muss dies von einer Position der Stärke aus geschehen, die die Vorteile zeigt, falls sie die Nuklearpläne aufgeben, aber auch die enormen Kosten, falls nicht". Der Atomwaffen-Sperrvertrag müsse zudem deutlich verschärft, und Länder, die dagegen verstoßen, müssten hart bestraft werden, so die Studie.

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