"Faina" kommt frei

Piraten akzeptieren Lösegeld für Panzer-Frachter

Ausland
30.11.2008 18:35
Gut zwei Monate nach der Kaperung eines ukrainischen Frachters mit mehr als 30 Kampfpanzern und einer Unzahl an Waffen an Bord zeigen sich die somalischen Piraten jetzt zur Freilassung des Schiffes bereit. Die Lösegeldverhandlungen seien fast abgeschlossen, hieß es am Sonntag vonseiten der Reederei der "MV Faina". Die somalischen Piraten hatten zuletzt für die Freilassung des Schiffes mit seiner 21-köpfigen Besatzung drei Millionen Dollar gefordert.

Über die Höhe des tatsächlichen Lösegeldes wurden von der Reederei keine Angaben gemacht. Zu Beginn hatten die Piraten für das Schiff sogar 20 Millionen Dollar verlangt. Unterhändler würden derzeit nur mehr über die Vorgehensweise verhandeln, wann und wie das Schiff und die 21 Seeleute an Bord wieder frei kommen. Durchschnittlich sind in den vergangenen Monaten für entführte Schiffe in der Region zwischen 1,5 Millionen und 1,8 Millionen Dollar gezahlt worden. Für den Erdöltanker "Sirius Star" forderten die Piraten aber zuletzt 25 Millionen Dollar.

Die Ladung - 30 Panzer und eine Unmenge an Waffen -, die jetzt in die Hände der Piraten gefallen sein könnte, sorgt nicht nur deswegen für Aufregung: Das ukrainische Schiff war unterwegs in den kenianischen Hafen Mombasa. Da Kenia bisher Rüstungsmaterial aus Großbritannien und den USA bezog, wurden Vermutungen laut, die Panzer und anderes Militärgerät seien für den Südsudan bestimmt. Dies würde einen Bruch des Waffenembargos bedeuten.

Ein Dutzend Schiffe und 300 Seeleute entführt
Derzeit halten somalische Piraten mehr als ein Dutzend Schiffe und mindestens 300 Seeleute in ihrer Gewalt. Der größte Coup der Seeräuber war der Überfall des saudischen Supertankers "Sirius Star" vor der kenianischen Küste. Das Schiff, das Anfang November gekapert wurde, ist mit Rohöl im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar beladen. Der von Bürgerkrieg zerrissene Krisenstaat am Horn von Afrika hat seit 1991 keine funktionierende Regierung. Somalia hat zudem keine Küstenwache. Kriegsschiffe der USA, Frankreichs, Indiens und anderer Staaten sind vor der somalischen Küste im Einsatz, um die häufigen Schiffsüberfälle zu verhindern. Erst in der vergangenen Woche rettete ein deutscher Marinehubschrauber im Golf von Aden mehrere Seeleute, die nach einem Piratenüberfall von Bord ihres Schiffes geflohen waren.


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