Geld aus Bayern

BayernLB-Rettungspaket auch für Kärntner Hypo

Österreich
29.11.2008 18:00
Das 30 Milliarden schwere Rettungspaket für die bayrische BayernLB, das Ministerpräsident Horst Seehofer am Freitag angekündigt hat, wird auch die Kärntner Hypo Alpe Adria Group inkludieren. Die schwer angeschlagene Bayrische Landesbank hatte die Kärntner Hypo letztes Jahr mehrheitlich übernommen. Hypo-Chef Tilo Berlin hatte vor Kurzem angekündigt, 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro aus dem österreichischen Bankenpaket anzunehmen, er forderte auch eine Kapitalerhöhung der Eigentümer, die nun mit dem bayrischen Rettungspaket gedeckt werden dürfte. Indes kündigte die Landesbank an, ihr Geschäft in Zukunft massiv einzuschränken und Mitarbeiter - vermutlich auch bei der Hypo - abzubauen.

Die Hypo braucht von den Gesellschaftern - neben der BayernLB sind das die Grazer Wechselseitige Versicherung (GraWe) und das Land Kärnten - frisches Geld im Ausmaß von 700 Millionen Euro. Über die Kapitalerhöhung soll bei der Hypo-Hauptversammlung am kommenden Dienstag entschieden werden. Während die Bayern und voraussichtlich auch die GraWe Geld in die Hand nehmen werden, hat das Land signalisiert, nicht mitzuziehen. Man profitiere trotz der Verwässerung der Anteile von derzeit 16 Prozent von der Kapitalerhöhung, so die Begründung.

Die Kernkapitalquote der Hypo Group liegt derzeit bei mageren 5,5 Prozent. Der Aufsichtsrat beschloss daher vor einigen Wochen, dass auch die Hypo das Bankenpaket der Republik Österreich in Anspruch nehmen solle. Rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro will der Hypo-Vorstandsvorsitzende Tilo Berlin vom Staat zusätzlich zur Aufstockung der Eigentümer. Damit würde die Kernkapitalquote auf über neun Prozent steigen, das Institut hätte dann eine so gute Eigenkapitalausstattung wie seit 15 Jahren nicht mehr, so Berlin. Die Hypo Group beschäftigt derzeit rund 7.400 Mitarbeiter in zwölf Ländern und betreibt mehr als 370 Bank- und Leasing-Standorte. 

BayernLB: "Es wird sicher überall Einschnitte geben"
Die schwer angeschlagene Bayerische Landesbank hat indes angekündigt, ihr Geschäft massiv einzuschränken und Personal abzubauen. Der bayerische Finanzminister und Verwaltungsratsvorsitzende Georg Fahrenschon sagte am Samstag knapp vor der entscheidenden Sitzung des Kontrollgremiums in München, die Bank werde "ihr internationales Engagement in hohem Maße abbauen". Sie müsse sich künftig auf ihr "Kerngeschäft Mittelstand und das optimale Zusammenspiel mit den Sparkassen" konzentrieren. Es sei auch eine Auflage der EU, die Risikoaktiva zu verringern. Auf die Frage nach einem Stellenabbau sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil: "Es wird sicher überall Einschnitte geben." Das gelte für die 5.000 Mitarbeiter in Deutschland wie für die 14.000 im Ausland - wohl auch inklusive der Hypo-Angestellten.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hatte am Freitag ein Rettungspaket mit einem Gesamtvolumen von 30 Milliarden Euro angekündigt. Wegen neuer Finanzmarktverluste und steigender Kreditrisiken braucht die BayernLB bis März eine Geldspritze von zehn Milliarden Euro. Mit weiteren 20 Milliarden sollen das deutsche Bundesland und der Bund für Kredite zwischen Banken bürgen und beim Ausfall fauler Immobilienpapiere geradestehen. Wirtschaftsminister Zeil sagte: "Wir brauchen mehr Konzentration auf Bayern." Zum Kerngeschäft der Landesbank gehöre das Mittelstandsgeschäft im Freistaat und die Immobilienfinanzierung. Die Hypo Alpe Adria ist die größte Auslandstochter der BayernLB. Landesbankchef Michael Kemmer wollte dem Verwaltungsrat am Samstag Vorschläge für das dringend notwendige neue Geschäftsmodell machen. Ergebnisse sollen aber erst am Montag auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden, wie Fahrenschon betonte.

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