Höchststrafe

Zwei Jahre Sperre für Bernhard Kohl

Kärnten
24.11.2008 15:21
Der Wahlkärntner Bernhard Kohl hat am Montagvormittag die wohl schwierigste Etappe seiner Karriere als Radrennfahrer hinter sich gebracht. Der bei der Tour de France des Dopings überführte Radprofi musste vor der Rechtskommission der österreichischen Anti-Doping-Agentur (NADA) aussagen. Die Anhörung des nach positiver A-Probe geständigen Gesamt-Dritten und Bergkönigs der Tour dauerte fast drei Stunden. Dann wurde das Urteil verkündet. Der 26-Jährige fasste die Höchststrafe von zwei Jahren Sperre aus.

Kohl hat nun die Möglichkeit bei der Unabhängigen Schiedskommission in Österreich sowie anschließend noch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne zu berufen. Er will sich nach dem für ihn "enttäuschenden" Urteil erst nach der schriftlichen Zustellung desselben entscheiden, ob er gegen die zweijährige Sperre Einspruch erheben wird oder nicht.

"Ich habe meine Aussage getätigt und bin ehrlich gewesen", sagte Kohl, der von seinem Anwalt Siegfried Fröhlich begleitet wurde und offensichtlich keine Namen von Hintermännern genannt hat, denn in diesem Fall wäre er wohl mit einer 18-monatigen Sperre davongekommen.

Gerolsteiner will Schadenersatz
Mit dem Urteil der NADA ist die Sache aber wohl noch nicht ausgestanden. Dem Dopingsünder droht eine Schadenersatzforderung seines bisherigen Rennstalls Gerolsteiner, zudem könnte das inzwischen aufgelöste Team eine allfällige Forderung der Tour-de-France-Veranstalter an ihn weiterleiten. Die Teams hatten unterschrieben, im Falle eines Dopingvergehens bei der Tour 100.000 Euro Pönale zu zahlen.

Weitreichende Folgen
Kohl hat sich über eine mögliche Zukunft als Radprofi noch nicht geäußert - er hinterlässt aber eine Spur der Verwüstung. Nicht zuletzt als Folge der Dopingfälle Kohl und Stefan Schumacher hat das deutsche Fernsehen von einer Übertragung der Deutschland-Tour 2009 Abstand genommen, das ProTour-Rennen wurde daraufhin abgesagt. Vom Aus bedroht ist auch die Österreich-Rundfahrt, deren Organisatoren es in der aktuellen Situation kaum möglich ist, Sponsoren zu gewinnen.

Ein düsteres Bild zeichnete Rudolf Massak. "Ich befürchte, dass ich noch in den nächsten paar Jahren die Trümmer des Falles Kohl aufräumen muss", erklärte der Generalsekretär des Radsport-Verbandes. "Diese Sache tut ungemein weh." Er habe sogar Probleme, das Sportbudget des Verbandes für 2009 aufzustellen. So hat etwa der Sponsor des Nationalteams, die Österreich-Werbung, am Tag des Bekanntwerdens des Kohl-Skandals ihr weiteres Engagement beendet.

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