Wünsche der Wähler

Diese Themen sind den Kärntnern wichtig!

Kärnten
22.11.2008 21:51
Die Wirtschaftskrise zeigt in Kärnten erste Auswirkungen, auch wenn drei Viertel der Befragten sie noch nicht direkt zu spüren bekommen haben. Doch das Bedürfnis nach sicheren Arbeitsplätzen steigt bei der Bevölkerung drastisch an. Auch die Versorgung der Alten und Pflegebedürftigen wird ebenso wie Gratiskindergärten ein immer wichtigeres Thema. An Bedeutung verloren haben dagegen die Beilegung des Ortstafelstreits, Maßnahmen gegen die Überfremdung und der Kampf gegen zunehmenden Transitverkehr.

Die IMAS-Umfrage der Krone" bringt an den Tag, was den Kärntnern wirklich am Herzen liegt. "84 Prozent von ihnen betrachten die Sicherung der Arbeitsplätze als absolut vorrangiges politisches Problem", erklärt IMAS-Chef Andreas Kirschhofer. Frauen (87 Prozent) sorgen sich darum mehr als Männer (81 Prozent). 

Schutz der Wasserreserven hat Priorität
Eine extrem hohe Dringlichkeit sehen die Kärntner weiters beim Schutz der Wasserreserven gegeben, auch wenn diese Frage nicht mehr eine so große Rolle spielt wie 2004. Zugenommen hat die Bedeutung der Versorgung bei Alter und Krankheit. 

Wichtiges Thema: Lebensmittel- und Treibstoffpreise
Zum ersten Mal abgefragt wurde bei der IMAS-Erhebung der Wunsch nach Senkung der Lebensmittel- und Treibstoffpreise. Mit einem Anteil von 63 Prozent rangiert dieses Problem knapp hinter dem Kampf gegen Kriminalität und Drogenkonsum im obersten Drittel der Prioritätenliste. 

Dabei kommt auch deutlich zum Ausdruck, dass besonders Pendler unter den hohen Treibstoffpreisen leiden. Während in Klagenfurt 55 Prozent der Befragten eine Senkung für vordringlich ansehen, sind es im übrigen Kärnten mehr als zwei Drittel. 

Transitverkehr hat an Bedeutung verloren
Am stärksten an Bedeutung verloren hat für die Kärntner in den vergangenen fünf Jahren der Kampf gegen die Verkehrslawine auf den Transitrouten. Auch die Verbesserung der ärztlichen Versorgung liegt ihnen nicht mehr so am Herzen. Ebenfalls zurückgegangen ist die Sorge vor einer Überfremdung durch unkontrollierte Zuwanderung. 

Ortstafelthema verliert an Wichtigkeit
Ein besonderes Kapitel sind in Kärnten die zweisprachigen Ortstafeln. Waren im Frühjahr 2008 noch 41 Prozent der Meinung, die Beilegung des Ortstafelstreites sei ein vorrangiges Anliegen, sind es jetzt nur noch 37 Prozent der Befragten. Immerhin noch 15 beziehungsweise 18 Prozent halten diese Frage für wichtig oder ziemlich wichtig. 

Ortstafelkurs: Unterschiedliche Wünsche
Spannend das Ergebnis auf die Frage, ob der Ortstafel-Kurs von Jörg Haider fortgesetzt oder eine moderatere Linie eingeschlagen werden soll. "Das Ergebnis ist nicht ganz eindeutig", meint Kirschhofer. "Mindestens jeder dritte Kärntner spricht sich für die Beibehaltung der bisherigen Härte aus, knapp die Hälfte der Bevölkerung befürwortet allerdings einen kompromissfreudigeren Kurs." 

Unterschiedliche Werte je nach Parteifarbe
BZÖ-Wähler sind dabei mit 58 Prozent für die konsequente Fortsetzung der Haider-Linie, ebenso die Mehrheit der FP-ler. Überdurchschnittlich häufig sind SPÖ-Anhänger mit 76 Prozent für eine konsensbereitere Ortstafelpolitik. Mit 63 Prozent nicht ganz so stark ist die Befürwortung eines Kurswechsels bei den VP-Fans, ähnlich hoch liegen die Grünen.

von Waltraud Dengel, Kärntner Krone

Am Montag in der "Kärntner Krone": Die Stärken und Schwächen der Parteien! 

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