Milchpreis-Gipfel

Kampf gegen Dumping-Preise heimischer Milch

Kärnten
18.11.2008 18:14
Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat für Donnerstag einen "Milchpreis-Gipfel" einberufen. "Wir müssen den drei großen Handelsketten klar machen, dass sie Fairness walten lassen müssen!", so der Landeschef. Politiker und Bauernvertreter wollen gemeinsam Druck machen und Gegenmaßnahmen zur derzeitigen Milchpreis-Politik diskutieren.

Die Senkung des Milchpreises um zehn Cent innerhalb eines Jahres kostet die Bauern im Durchschnitt 5.500 Euro. "Das sind auch 5.500 Euro, die vom Bauern weniger ausgegeben werden können, und dann der Kärntner Wirtschaft fehlen. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden", fordert Dörfler. 

Dumpingpreise für hochwertige, heimische Qualität
Beim Milchpreis-Gipfel werden neben Landespolitikern auch die Sprecher der Landtagsfraktionen, die Präsidenten der Landwirtschaftskammer und Vertreter der Molkereien dabei sein. "Ich werde heftig gegen die Vorgangsweise der Handelsketten auftreten", kündigt Dörfler an: "Wir brauchen faire Preise für heimische Spitzenprodukte. Der Handel darf nicht schlechtere Qualität importieren und den Bauern nur Dumpingpreise für hochwertige Qualität zahlen." 

Dörfler kritisiert LWK-Präsident Wutscher
In diesem Zusammenhang kritisiert Dörfler Landwirtschaftskammer-Präsident Walfried Wutscher, dessen Sohn eine hohe Funktion beim REWE-Konzern bekleidet: "Wutscher greift den Handel an und fordert bessere Preise für die Bauern; und sein Sohn macht genau das Gegenteil, von dem, was sein Vater fordert." Den Vorwurf der Sippenhaftung weist Dörfler zurück. 

Milchgipfel ist erster Schritt
Beim Gipfel am Donnerstag sind Handelsvertreter allerdings nicht dabei. Dörfler: "Es ist ein erster Schritt. Ich komme aus der Wirtschaft und weiß, wie hart die Verhandlungen der Lieferanten mit den Konzernzentralen sind." 

Preispolitik treibt Bauern in Ruin
Dennoch habe Kärnten die Chance, sich mit seinen Forderungen durchzusetzen, ist Dörfler überzeugt: "Wenn alle zusammenstehen und den Konzernherren klar machen, dass sie am falschen Weg sind. Wir können es nicht zulassen, dass wegen dieser Preispolitik noch mehr Bauern aufgeben müssen und so eine weitere Schwächung des ländlichen Raumes forciert wird." 

Prominente werben für heimische Produkte
Dörfler will auch den Landwirtschaftsminister mit den Kärntner Forderungen konfrontieren. Weiters sollen Prominente mit Kärntner Produkten werben, um das Bewusstsein für heimische Qualität zu schärfen. 

von Waltraud Dengel/Kärntner Krone und kaerntnerkrone.at

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Kärnten
18.11.2008 18:14
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung