30.10.2008 08:34 |

Erstes Urteil

Austauschstudentin in Italien erstochen

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber sie mahlen manchmal auch gründlich: Zu Halloween 2007 wurde die 22-jährige Meredith Kercher, eine britische Austauschstudentin, in einer Studenten-WG in Perugia, Italien, vergewaltigt und ermordet. Jetzt wurde ein 21-jähriger gebürtiger Afrikaner deshalb zu 30 Jahren Haft verurteilt - doch auch eine 22-jährige Amerikanerin kommt vor Gericht.

Laut Anklage wollte Amanda Knox ihre Mitbewohnerin am Abend der Bluttat in eine Sex-Orgie hineinziehen. Als diese sich weigerte, hätten der verurteilte Rudy Guede und Amandas italienischer Freund Raffaele Sollecito, 24, Meredith festgehalten und zu vergewaltigen versucht, während die wegen ihres unschuldigen Äußeren von den Medien "Engelsgesicht" genannte Amanda ihr ein Küchenmesser an die Kehle hielt. Dabei sei es zum tödlichen Handgemenge gekommen.

"Engelsgesicht" kommt vor Gericht
DNA-Tests und Recherchen im Internet - die angeklagte Amerikanerin hatte Geschichten über Morde im Studentenmilieu ins Netz gestellt - erhärteten diese Theorie des Staatsanwalts, alle drei Angeklagten beteuern bis jetzt ihre Schuldlosigkeit. Guede hatte behauptet, er sei im Badezimmer gewesen, als Knox und Sollecito das Haus stürmten und Meredith erstachen, das Pärchen behauptet, am Tatabend gar nicht dort gewesen zu sein. Das ist widerlegt, "Engelsgesicht" Amanda und ihr Ex-Freund kommen trotz zahlreicher Unterstützungskomitees wegen Mordes vor Gericht.

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