Tödlicher Fehler

Herdplatte vergessen – und von Feuer getötet

Steiermark
31.08.2008 15:24
Einen Fehler, der leider viel zu oft vorkommt, hat ein 34-jähriger Fürstenfelder am Freitag mit seinem Leben bezahlt. Er hatte die eingeschaltete Herdplatte vergessen und starb einen grausamen Feuertod. 42 Bewohner des Mehrparteienhauses in Fürstenfeld mussten evakuiert werden. Ein 75-Jähriger erlitt eine Rauchgasvergiftung und wurde ins Spital gebracht.

Fürstenfeld, Stiegengasse 8, dritter Stock: In der Wohnung der Zwillingsschwestern Sabine und Doris Teichtinger (24) begann ihr Retriever zu bellen. "Es hat geraucht!", so Sabine Teichtinger, "dann sind wir mit dem Notwendigsten ins Freie gerannt. Dass uns so etwas passieren muss - kurz, bevor wir unsere neue Wohnung in Ilz beziehen!" 

Im Dachgeschoß schlugen die Hunde des 41-jährigen Security-Angestellten Ewald L. an: "Ich hab den Ernst der Lage sofort begriffen, meine Frau und den Sohn beruhigt. Uns ist nichts passiert, aber die Wohnung ist kaputt." 

Durch Schreie geweckt wurde die 20-jährige Bianca Hutter: "Ich bin unverletzt geblieben. Meine zweijährige Tochter Julia war gerade auswärts bei einer Bekannten - Gott sei Dank!" 

Brandopfer schleppte sich noch ins Vorzimmer
Wie die Erhebungen ergaben, hatte sich gegen Mitternacht der Angestellte Karl V. (34) nach einem Lokalbesuch ein Linsengericht zubereitet und es im Schlafzimmer verzehrt, vergaß aber, die Herdplatte auszuschalten und schlief ein. Die Platte entfachte ein Feuer, das auf den Dunstabzug, dann auf die gesamte Küche übergriff. Karl V. schleppte sich ins Vorzimmer. Dort wurde er bewusstlos und erstickte hilflos. Er hinterlässt eine fünfjährige Tochter. 

73 Mann und ein sehr komplizierter Einsatz
Die Feuerwehren Fürstenfeld, Altenmarkt, Loipersdorf, Übersbach, Bierbaum und die Kameraden aus dem burgenländischen Jennersdorf hatten das Feuer nach drei Stunden unter Kontrolle. 

Herr Gerald Derkitsch, Sie haben den Feuerwehreinsatz geleitet. Wann wurde Alarm ausgelöst?
"Das war um 4.15 Uhr. Sechs Feuerwehren mit 73 Mann waren sofort zur Stelle, darunter die Kameraden aus Jennersdorf mit einer Hebebühne, die speziell für Löscheinsätze konstruiert worden ist."

Warum war diese Hebebühne erforderlich?
"Der von zwei Seiten geführte Einsatz gestaltete sich sehr kompliziert. Wir mussten im dritten und vierten Stock auf einer Breite von 50 bis 60 Metern das Feuer löschen. Von einer Drehleiter aus hätten wir das aber sicher nicht geschafft."

In einer Wohnung wurde ein Toter entdeckt...
"Kameraden haben die verqualmte Wohnung aufgebrochen und dann mit den Beinen etwas Weiches berührt. Sie haben den Mann hinausgetragen, aber er war schon tot."

von Manfred Niederl, "Steirerkrone" und steirerkrone.at

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