Hoffen in Burma

Oppositionsführerin Suu Kyi bald frei?

Ausland
17.08.2008 17:25
Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat sich am Sonntag mit ihrem Rechtsanwalt zu Beratungen getroffen. Das Militärregime habe der seit über einem Jahrzehnt unter Hausarrest stehenden Suu Kyi zum zweiten Mal in diesem Monat erlaubt, ihren Rechtsanwalt zu empfangen, teilte ein Sprecher ihrer Nationalen Liga für Demokratie in Rangun (Yangon) mit.

Es wurden daraufhin Spekulationen laut, dass eine Freilassung der Oppositionspolitikerin bevorstehen könnte. Die 63-Jährige hat rund 13 der vergangenen 18 Jahre in fast völliger Isolation verbracht. Ihre Partei hatte 1990 die Wahlen haushoch gewonnen, die das Militärregime für nichtig erklärte.

Knapp zwanzig Jahre liegt die Rückkehr Aung San Suu Kyis in ihr Heimatland Burma zurück. Ein Proteststurm gegen die Militärjunta ging 1988 durch das südostasiatische Land. Noch im selben Jahr ließ das Regime den Protest niederschießen, tausende kamen ums Leben. Diese Ereignisse prägten die Tochter des 1947 ermordeten Nationalhelden General Aung San, die seither mit eisernem Willen für Demokratie und die Freiheit der Burmesen kämpft.

Ehemann trotz Krebsleiden Einreise verweigert
Ihrem Mann, dem britischen Tibetologen und Buddhismus-Experten Michael Aris, mit dem die Friedensnobelpreisträgerin von 1991 zwei Söhne hat, verweigerte die Junta im Endstadium seines Krebsleidens 1999 die Einreise. Suu Kyi weigerte sich auszureisen, weil sie befürchtete, dann nie wieder ins Land gelassen zu werden. Aris starb nach vier Jahren Trennung von seiner Frau in London.

Kontakt zur Außenwelt über Jahre verboten
Eisern gegen sich selbst im Dienst an ihrem Volk - so kennen die Burmesen Suu Kyi, die in ihrem Haus weder Besucher empfangen noch telefonieren darf. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt waren über die Jahre fast ausschließlich ihr Arzt und ein Kurzwellenradio. Unverdrossen kämpft die zierliche Frau, die eine Elite-Ausbildung in Rangun, Indien und Oxford erhalten hatte, dennoch weiter. Eine der wenigen Auftritte außerhalb ihres Hauses hatte Suu Kyi im vergangenen September: Mit Tränen in den Augen empfing sie eine Gruppe buddhistischer Mönche, die bei Aufständen gegen das Regime protestiert hatten. Unter dem Eindruck der Unruhen bot sie "im Interesse der Nation" dem Regime Anfang November einen Dialog an. Doch von den Gesprächen mit Junta-Vertretern zeigte sie sich schon bald enttäuscht.

Friedensnobelpreis von Söhnen entgegengenommen
Die Symbolfigur der burmesischen Demokratiebewegung ist im Westen eine der bekanntesten Vertreterinnen Asiens. 1991 erhielt sie mit dem Friedensnobelpreis die höchste politische Ehrung, die ihre Söhne für sie in Oslo entgegennahmen. Dabei wollte die Tochter des ermordeten burmesischen Unabhängigkeitskämpfers und Nationalhelden General Aung San eigentlich nur ihre kranke Mutter pflegen, als sie im April 1988 in ihre Heimat zurückkehrte.

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