"Gehört den Armen"
Neuer Präsident Paraguays verzichtet auf Gehalt
"Heute hört Paraguay auf, ein Land der sozialen Ausgrenzung, der Geheimniskrämerei und der Korruption zu sein", versprach der neue Präsident und Regierungschef bei einer gefühlsbetonten Antrittsrede nach seiner Vereidigung im Parlament in der Hauptstadt Asunción. Der 57-Jährige hatte sich bei der Präsidentenwahl am 20. April mit mehr als 40 Prozent der Stimmen gegen die Kandidatin Blanca Ovelar von der Colorado-Partei klar durchgesetzt.
Hoffnung auf Ehrlichkeit und Effizienz
Die Erwartungen an die Regierung Lugo sind groß. Neben der Bekämpfung der Armut, unter der etwa 35 Prozent der 6,8 Millionen Paraguayer leiden, hoffen die Menschen vor allem auf eine ehrliche und effiziente Verwaltung. Fast 75 Prozent der Menschen erwarten, dass die neue Regierung "gut" oder "sehr gut" sein werde, wie eine vor kurzem veröffentlichte Umfrage ergab. Sorgen bereitet den Lugo- Befürwortern allerdings, dass der Staatsapparat auf allen Ebenen von Colorado-Vertretern durchsetzt ist, für die es kurzfristig keinen Ersatz gibt.
Harte Arbeit gefordert
Lugo versprach, vor allem für die Armen zu arbeiten und untermauerte dies gleich mit einem Verzicht auf sein Gehalt. Zugleich warnte er jedoch, dass sich Veränderungen nicht von heute auf morgen einstellen würden. Dazu bedürfe es harter Arbeit. Viele Beamte in Paraguay gelten als korrupt. Amtsträgern bis hinauf zum Präsidenten wurde vorgeworfen, ihre Posten nur als Möglichkeit der schnellen persönlichen Bereicherung aufzufassen.
Sein Regierungsbündnis "Alianza Patriótica para el Cambio" (APC) besteht aus Parteien und sozialen Organisationen von der politischen Mitte bis zu sozialistischen Gruppen. Weitaus stärkste Kraft in dem Bündnis ist die neoliberale "Partido Liberal Radical Auténtico", die auch die meisten Mitglieder der neuen Regierung stellt. Viel Verhandlungsgeschick wird Lugo auch im Verhältnis zum Parlament benötigen. Dort hat sein Bündnis keine Mehrheit, und die Mitglieder der Colorado-Partei dürften ihm das Regieren schwer machen.
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