Schlammschlacht

Bundes-ARBÖ droht Landespräsident Schober

Kärnten
01.08.2008 16:58
Lange hat der Bundes-ARBÖ zu dem Debakel in Kärnten geschwiegen. Montag reiste die gesamte Führung an, um geballt auf alle Kärntner ARBÖ-Bosse der vergangenen vier Jahre hinzuhauen: Von unrechten Provisionen ist die Rede, von Manipulationen und Grundstücksspekulationen.

Mit schweren Vorwürfen gegen den Präsidenten des Kärntner ARBÖ ist am Montag die Bundesorganisation des SPÖ-nahen Autofahrerklubs an die Öffentlichkeit gegangen. Präsident Heinz Hofer erklärte, Wolfgang Schober sei in Wahrheit gar nicht mehr ARBÖ-Mitglied, da er ausgeschlossen worden sei. Er müsse zudem die Nicht-Bezahlung gelieferter Waren ebenso verantworten wie dubiose Provisionen. Schober wies alle Anschuldigungen als unwahr zurück.

300.000 Euro fehlen
Seit der Eröffnung des Konkurses über den ARBÖ Kärnten habe man die Bücher überprüft, so Hofer, Generalsekretär Peter Stuppacher und die Anwälte Christian Puswald und Gerhard Jöchl. Belegen könne man vorerst, dass die Kärntner Organisation Vignetten im Wert von 300.000 Euro geliefert bekommen und verkauft, den Erlös jedoch nicht an die Bundesorganisation abgeführt habe. "Das war Kommissionsware, die wir bereits bezahlt hatten", betonte Hofer.

Vermögensverhältnisse verschwiegen
Im Zusammenhang mit dem geplanten Fahrsicherheitszentrum in Arnoldstein habe sich herausgestellt, dass Schober "seinen eigenen Kärntner Funktionären die genauen Vermögens-, Haftungs- und Verpflichtungsverhältnisse" verschwiegen habe, ebenso wie dem Bundes-ARBÖ. So habe man zusätzliche Verpflichtungen von 2,2 Millionen Euro "gefunden", die 2013 zulasten des ARBÖ Kärnten schlagend geworden wären. Dazu habe Schober im Namen des ARBÖ eine Kredithaftung für einen Dritten in der Höhe von mehr als zwei Millionen übernommen, die ebenfalls 2013 fällig geworden wäre. "Das wäre der Supergau für den ARBÖ gewesen", sagte Puswald.

600.000 Euro Kredit aufgenommen
Ein weiterer Vorwurf der Bundesorganisation: Schober habe einen Kredit von 600.000 Euro aufgenommen, um damit die Landesschulden beim Bundes-ARBÖ zu bezahlen, das Geld aber für andere Zwecke verwendet. Und zu guter Letzt habe Schober bei Kreditvermittlungen für den ARBÖ selbst hohe Provisionen kassiert. "Das ist vielleicht rechtlich in Ordnung, moralisch aber mit Sicherheit nicht", sagte Puswald.

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