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29.05.2017 - 05:51
Die Giftinjektion bei Clayton Lockett am 29. April 2014 endete in einem Fiasko.
Foto: EPA, APA/EPA/Oklahoma Department of Corrections

Qualvolle US- Hinrichtung war "wie ein Horrorfilm"

17.03.2015, 15:56
Die qualvolle Hinrichtung von Clayton Lockett hatte in den USA die Debatte über die Todesstrafe im Vorjahr neu entfacht. Knapp ein Jahr nach dem umstrittenen Tod des Häftlings im US-Bundesstaat Oklahoma werfen nun Aussagen von Augenzeugen ein schauriges Licht auf das Leiden des Todeskandidaten. Locketts Todeskampf habe "wie ein Horrorfilm" gewirkt, heißt es in den am Montag veröffentlichten Dokumenten.
Die Giftinjektion bei Clayton Lockett war am 29. April 2014 mit einem Fiasko geendet.  Der verurteilte Mörder wand sich 43 Minuten vor Schmerzen, bis er schließlich an einem Herzinfarkt starb. Die normale Dauer einer Hinrichtung per Giftspitze beträgt zehn Minuten. Selbst das Weiße Haus sprach damals in einer Reaktion auf die misslungene Exekution von einer "unmenschlichen Hinrichtung". 

Lokalzeitung klagte auf Herausgabe von Dokumenten

Die Lokalzeitung "Tulsa World" hatte dann im Zuge der Debatte um die umstrittene Hinrichtung erfolgreich auf die Herausgabe der Aussagen von Zeugen des Todeskampfes geklagt. Die Behörden mussten daraufhin die Interviews mit etwa 100 Zeugen publik machen.

Augenzeugen beschreiben in den nun veröffentlichten Dokumenten, wie sich der 38- Jährige auf der Liege krümmte und aufbäumte, während er eigentlich bewusstlos sein hätte sollen. Das Gefängnispersonal stocherte demnach in Locketts Körper herum und suchte mehrfach vergeblich eine Vene für die Injektion.

Zeuge spricht von "blutigem Chaos"

Die Hinrichtungskammer sei ein "blutiges Chaos" gewesen, beschreibt ein Zeuge. Dem Untersuchungsbericht zufolge hatte das Personal nur wenig Erfahrung. "Tja, wir müssen einfach dafür sorgen, dass es klappt", soll der Arzt gesagt haben, als ein Mitarbeiter ihn darauf hinwies, dass die Nadel für eine intravenöse Injektion im Oberschenkel zu kurz sei.

Locketts Exekution und eine Reihe weiterer qualvoller Hinrichtungen hatte im vergangenen Jahr eine Debatte über die in den USA verwendeten Giftcocktails ausgelöst. Die Behörden greifen auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern.

Die Todesstrafe ist in 32 der 50 US- Bundesstaaten sowie auf Bundesebene erlaubt, die Zahl der Hinrichtungen geht seit Jahren aber beständig zurück.

17.03.2015, 15:56
AG/red
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